05.03.2004
Öffentliche Betriebe, Gesellschaften und Verbände müssen zunehmend die Gestaltung ihrer Preis- und Gebührenpolitik begründen und rechtfertigen. DS-Consult und DS-Infra - beides Tochterunternehmen der Drees & Sommer-Gruppe - hatten gemeinsam mit der Rechtsanwaltskanzlei Graf von Westphalen Bappert & Modest zum Auftakt der Veranstaltungsreihe "Infoforum für kommunale Betriebe in Bayern" rund 50 Teilnehmer eingeladen. Die Verbesserung und Weiterentwicklung der Wirtschaftlichkeit von Kommunen und kommunalen Unternehmen waren Schwerpunkte der ersten Informations- und Diskussionsveranstaltung am 17. Februar 2004 im Münchner Forum Hotel. Neben den Fachvorträgen der Experten über Optimierungsprojekte und mögliche Potentiale stand der Austausch zwischen den Teilnehmern im Mittelpunkt.
Report Infoforum:
Markus Reppenhagen, Geschäftsführer von DS-Consult, stellte vorhandene Chancen und Risiken von kommunalen Betrieben im Rahmen der Haushaltspolitik dar. Vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden Finanznot öffentlicher Haushalte, sei die wirtschaftliche Betätigung von Kommunen ein bedeutender Faktor, sowohl hinsichtlich verpflichtender und freiwilliger Aufgaben, als auch in Bezug auf organisatorische Rahmenbedingungen. Dabei müssten Kommunen, aber auch Privatunternehmen Effizienzen aus laufenden Geschäften steigern. Hierbei schnitten die Kommunen nicht zwangsläufig schlechter ab, als vergleichbare Privatunternehmen. Die Optimierung der Aufgabeninhalte und des Aufgabenumfanges sowie der vorhandenen Kostenstrukturen seien hierbei Grundlage für Effizienz- und Ergebnissteigerungen von bis zu 30 Prozent pro Jahr. Ebenso spiele dafür die konsequente Ausrichtung der Institution auf die Aufgabenwahrnehmung und Leistungserbringung eine wichtige Rolle. Somit stünden Kommunen Möglichkeiten zur Haushaltsoptimierung sowohl im bestehenden Vermögen als auch bei zukünftigen Investments und Entscheidungen zur Verfügung.
Dr. Andreas Kloyer, Partner von der Rechtsanwaltskanzlei Graf von Westphalen Bappert & Modest, erörterte die wesentlichen Rechtsformen bei kommunalen Betrieben, bestehende rechtliche Einschränkungen und Vor- und Nachteile einzelner Rechtsformen anhand von Best-Practice-Beispielen. Gerade in den letzten Jahren ginge der Trend bei kommunalen Unternehmen zu privatrechtlichen Organisationsformen, wie GmbHs und AGs. Diese Entwicklung beruhe insbesondere auf der Orientierung der öffentlichen Hand an Wettbewerb, Privatisierung, Effizienz und Zukunftsfähigkeit. Diese privatrechtlichen Organisationsformen würden einerseits eindeutige Vorteile wie Flexibilität, Entscheidungsgeschwindigkeiten, Personaleinsatz und Kooperationsmöglichkeiten mit privaten Unternehmen gegenüber öffentlich-rechtlichen Organisationsformen aufweisen. Andererseits stelle sich diese Organisationsform unter Umständen als nachteilig dar. Allgemein gültige Aussagen über eine optimale Organisationsform für kommunale Betriebe könne somit nicht getroffen werden.
Dr. Ing. Bernd Dorias, Projektpartner von DS-Infra, zeigte die Vorgehensweise für Betriebs- und Organisationsoptimierungen bei kommunalen Unternehmen auf und hob die Bedeutung des Personals hervor, das diese Prozesse aktiv mitgestalten müsse. Angestrebte Ziele einer Organisationsuntersuchung seien die Steigerung von Effizienzen und Wirtschaftlichkeit sowie Erkennen und Umsetzen von Optimierungspotentialen. Um diese unterschiedlichen Ziele optimal zu erfüllen, gelte es, konsequentes Projektvorgehen einzuhalten: Eine Bestandsaufnahme zeige erste Optimierungspotentiale und Informationslücken auf. Darauf aufbauend würden in der Datenerhebung und -analyse wesentliche Betriebs- und Arbeitsprozesse untersucht. Die Qualität und Akzeptanz der Untersuchungsergebnisse konnten dabei durch die frühzeitige Integration von Mitarbeitern in diese Analysen erhöht werden. Eine solche Miteinbeziehung bildet die Basis für die erfolgreiche Umsetzung von entwickelten Maßnahmenplänen.
Stefan Gödeke, Mitglied der Geschäftsleitung von DS-Infra, erläuterte anhand eines abgeschlossenen Projekts wesentliche Maßnahmen zur Effizienzsteigerung bei der Organisation und den Betriebsabläufen eines städtischen Garten- und Friedhofamts. Neben klar definierten Aufgaben und Zielen des Projekts sowie der angestrebten strategischen und operativen Ausrichtung des Amts sei dort die enge Zusammenarbeit zwischen externem Berater und Amts-Mitarbeitern ein wichtiger Erfolgsfaktor gewesen. Aufbauend auf den identifizierten Optimierungspotentialen der Gesamtorganisation, wie Aufgaben und Tätigkeiten, Prozesse, Ressourceneinsatz (Personal, Sachmittel) und Flächennutzung seien in diesem Fall Einzelmaßnahmen zur Optimierung erarbeitet und die daraus resultierenden Einsparungen abgeleitet worden.
Im Mai dieses Jahres wird die Veranstaltungsreihe mit "Kommunale Betriebe in Baden-Württemberg" in Stuttgart fortgesetzt.
Weitere Informationen und Anmeldungen zur Veranstaltung erhalten Sie bei:
Frau Klug von Biedermann von DS-Consult: Telefon: +49 (89) 588 055 -00,
Fax: +49 (89) 588 055 -22 E-mail: von_Biedermann@ds-mc.de
Frau Höss von DS-Infra, Telefon: +49 (711) 222933-70, Fax: +49 (711) 222933-70
E-mail: hoess@infra.dreso.com
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