10.10.2005
Auf einem 53.000 Quadratmeter großen Baugelände in Stuttgart-Untertürkheim entsteht mit dem Mercedes-Benz Museum und dem Mercedes-Benz Center die Mercedes-Benz Welt: ein Projekt, das hohe Anforderungen an die Qualität des Gebäudes und an die Bauausführung stellt. Dies bedarf umfassenden Projektmanagements und fachlichen Know-hows - die Kernkompetenz von Drees & Sommer.
Mit jährlich 500.000 Besuchern ist das derzeitige Mercedes-Benz Museum das meistbesuchte Museum in ganz Baden-Württemberg. Daraus entstand der Wunsch des Automobilherstellers nach einem neuen größeren Museumsbau. Nun entsteht ein Gebäude mit insgesamt 31.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche und einer Ausstellungsfläche von 16.500 Quadratmetern für rund 175 Exponate.
Das Projekt startete für Drees & Sommer mit dem Neukonzept für das Museum im August 2000. Gemeinsam mit dem Nutzer, DaimlerChrysler Heritage und dem Auftraggeber, DaimlerChrysler Immobilien GmbH (DCI) wurde über erforderliche Räumlichkeiten und deren Funktion beraten. Durch das daraus entwickelte Raumprogramm sollte der Mythos Mercedes-Benz für den Ausstellungsbesucher erlebbar werden. Auf diese ersten Überlegungen basierend konnte Drees & Sommer Investitionen schätzen, Terminpläne erstellen sowie die Grundlagen für die technische Gebäudeausrüstung definieren. Bereits in dieser Konzeptionsphase wurde den Beteiligten deutlich, dass der Entwurf für das Museumsgebäude an die Anforderungen des Ausstellungskonzepts angepasst sein müsste - das heißt, das Gebäude musste von innen nach außen entwickelt werden.
Im Juni 2001 lobte Daimler Chrysler einen internationalen Architektenwettbewerb aus, zu dem insgesamt 10 Büros aus den USA, Japan, Spanien, Holland, der Schweiz und Deutschland eingeladen wurden. Während des Verfahrens betreute Drees & Sommer mit dem Bauherrn die Architekten, um ihnen die Ausschreibungsinhalte sowie den Mythos Mercedes-Benz zu vermitteln und für einen reibungslosen Ablauf des Wettbewerbs zu sorgen. Anschließend wurden die Arbeiten genau unter die Lupe genommen und auf die gestellten Anforderungen an Funktionalität und Umsetzbarkeit des Ausstellungskonzepts, auf Stärken und Schwächen der baulichen Lösungsvorschläge geprüft. Im gleichen Zug machten die Projektmanager jeweils eine erste Kosteneinschätzung der ungewöhnlichen architektonischen Konstruktionen. Schließlich ging im Januar 2002 das Amsterdamer Architektenbüro UN studio van Berkel & Bos mit seinem Entwurf eines spiralförmigen Gebäudes als Gewinner hervor.
Im gleichen Jahr wurde die Realisierung des Mercedes-Benz Centers entschieden. Das von Professor Christoph Kohlbecker (Gaggenau) entworfene, lichtdurchflutete Center umfasst rund 34.000 Quadtratmeter und bildet durch seine kubische Grundform das architektonische Gegenstück zum Mercedes-Benz Museum. In dem dreistöckigen Gebäude werden sich unter anderem ein Showroom befinden, eine Markengalerie mit wechselnden Ausstellungen, Servicestützpunkte und eine Fahrzeugauslieferung sowie 530 Stellplätze. Beide Gebäude sind durch die "Arkaden" miteinander verbunden. Diese rund 100 Meter lange, multifunktionale Passage beherbergt die Shops, die Gastronomie und Teile der Eventflächen der Mercedes-Benz Welt.
Zentrale Herausforderung für Drees & Sommer ist bei diesem Projekt, dafür zu sorgen, dass von Anfang an Termin- und Kostenplan sowie die hohen Qualitätsstandards konsequent eingehalten werden. Bei der Modell- und Musteranfertigung beispielsweise überwachen die Projektmanager die Einhaltung der Ausschreibungsvorgaben und Termine. Anhand verschiedener Modelle und 1:1 Muster können zahlreiche Materialien getestet, die komplexe Geometrie der Museumsarchitektur dargestellt und daraus resultierende Veränderungen parallel im Bau umgesetzt werden. So wurde beispielsweise ein so genannter Muster-Twist - ein komplexes Bauteil mit statischer und tragender Funktion - angefertigt. Anhand des Musterbauteils wurde erprobt, wie die Schalung verlegt werden muss. Damit wurde der Betoniervorgang optimiert. Und es wurde möglich, bei der Realisierung schneller bessere Qualität herzustellen. Ebenso wird Stahl vorgefertigt eingebracht, was zur Verkürzung der Einbautermine führt und die Qualität verbessert.
Während der gesamten Projektlaufzeit moderieren und organisieren die Projektmanager das Netzwerk von Bauherrn, Nutzer, Planer und anderen Fachleuten. Denn gerade bei einer so komplexen Bauaufgabe werden eine Vielzahl von Experten beispielsweise für Windgutachten oder Entrauchungsstudien eingesetzt. Zur Unterstützung der Projektabwicklung dient das internetbasierte Projekt-Kommunikations-Management (PKM), das einen schnellen Datenaustausch aller Beteiligten sicherstellt.
Das Projektmanagement von Drees & Sommer stellt die Fertigstellung des Museumsbaus sowie die Inbetriebnahme des Mercedes-Benz Centers zur Fußball WM 2006 sicher.
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