Digital Blue

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Fit für den digitalen Wandel

Die Digitalisierung verändert Wirtschaft und Gesellschaft in einem Maß, das noch vor wenigen Jahren unvorstellbar schien. Disruption und skalierende Geschäftsmodelle sind die neuen Schlagworte. Was bedeuten sie und welche Perspektiven ergeben sich für die Bau- und Immobilienbranche?

Der digitale Wandel macht vor keinem Lebensbereich und Wirtschaftssegment halt. Er ist verbunden mit einer weitreichenden Entmaterialisierung: Aus Fotosammlungen werden Dateien, die man auf dem Smartphone oder in der Cloud speichern kann. Vielbändige Lexika ersetzt Wikipedia. Bücher können digital erstanden und auf E-Readern oder anderen Endgeräten gelesen werden. Plattenspieler, Diktiergerät, Fotoapparat, Telefonbuch: Diese und viele weitere Medien konvergieren in einem Smartphone. Dessen Besitzer kann alle Aktivitäten sofort und an (fast) jedem Ort der Welt mit Millionen, ja Milliarden anderer Menschen teilen.

 

Gewinner und Verlierer von Disruption

Keine technologische Veränderung der letzten Jahrzehnte greift derart massiv in bestehende Strukturen, Kommunikationsprozesse und Gewohnheiten ein. Dieser Wandel wird daher auch als „disruptiv“ bezeichnet. Massiv betroffen von der Entwicklung ist beispielsweise die Verlagsbranche.

In jüngster Zeit ist das Silicon Valley gewissermaßen zum Weltmarktführer für Disruption und skalierende Modelle geworden. Plattformen beherrschen die Digitalwirtschaft. Als Vermittler drängen sie zwischen den Herstellern und konventionellen Händlern auf der einen und den Kunden auf der anderen Seite.

Beispiele dafür sind unter anderen Amazon (als Händler ohne Handelsflächen), facebook (als Medienfirma ohne Medien) oder Uber (als größte Taxifirma ohne Taxen). Google fungiert dabei als Suchmaschine, das heißt als Plattform der Plattformen mit riesigen Werbeeinnahmen.

Auch die Immobilienbranche steht vor Herausforderungen

Umwälzungen kommen zum Beispiel auf die Automobilindustrie zu – die Stichworte hier lauten autonomes Fahren, Share Mobility oder Elektroantrieb. Auch die Bank- und Versicherungsbranche ist inzwischen alarmiert über die schnell wachsende Anzahl von Start-ups in den Bereichen Fintechs und Insuretechs. Doch die Immobilienbranche scheint die neuen Player der digitalen Transformation noch nicht so richtig wahrzunehmen.

Natürlich ist die Immobilienbranche in Deutschland deutlich komplexer und heterogener aufgestellt und die Grundlage der bestehenden Geschäftsmodelle – eben die Immobilien – sind doch noch ein sehr analoges und breit gestreutes Gut. Das bedeutet, dass disruptive und skalierende Geschäftsmodelle zumindest in Teilbereichen deutlich schwerer umsetzbar sind als in den vorgenannten Branchen. Allerdings: Überall dort, wo die Angebote über Makler und Finanzierer mit Kunden zusammentreffen, ist eigentlich schon die höchste Alarmstufe angesagt.

Immer mehr Start-ups aus der Property Technology gelingt es, in die Branche einzudringen. So hat etwa die Plattform „Immobilienscout24“ gezeigt, wie sich in relativ kurzer Zeit auch in der Immobilienbranche ein neues Geschäftsmodell skalieren lässt und sich dadurch Wertschöpfungsstufen dramatisch verändern. Inzwischen tummeln sich zahlreiche Start-ups in der Immobilienvermittlung, der Immobilienfinanzierung und digitalen Plattformen.

Ist die „Smart City“ die Stadt der Zukunft?

Die großen zukünftigen Planungs- und Bauaufgaben liegen im Bereich der Städte bis hin zu den Mega-Cities mit ihren bekannten Problemen. Hier ist insbesondere Google sehr aktiv.

In den Laboren und Forschungsabteilungen des Unternehmens wird an selbst fahrenden Autos, Quanten-Computern, Krebstherapien und einem Drohnen-Lieferservice aus der Luft gearbeitet. Und die Software wird bald nicht mehr nur Smartphones, sondern auch Autos, Haushaltsgeräte und sogar selbst entwickelte Roboter steuern. Satelliten und Ballons an der Weltraumgrenze sollen den ganzen Planeten mit Internet versorgen.

Das 1998 gegründete Start-up Google etablierte am 2. Oktober 2015 die Holding Alphabet und ordnete dieser alle Geschäftsfelder zu. Das Firmenkonstrukt von Alphabet zeigt, dass es hierbei um den großen Plan geht, der insbesondere das Leben in den Städten digitalisieren soll. Der Nutzer gibt seine Daten preis und erhält dafür das Recht, an einer aus Sicht von Google besseren und effizienteren Zukunft teilzuhaben.

Der Masterplan für die Smart City, die digitale Stadt der Zukunft, soll offensichtlich in den Sidewalk Labs entstehen. Deren Themen sind unter anderem:

  • Digitalisierte Gebäude als Smart Homes mit neuem Eigentümermodellen wie z. B. Shared Ownership
  • Digitalisiertes Mobilitätsmanagement der begrenzten Straßenkapazität, autonomes Fahren mit Elektroautos und Shared Mobility
  • Digitalisierte Verwaltung und personalisierte soziale Dienste mit digitaler Gesundheitskontrolle
  • Digitalisiertes Energiemanagement

Diese Pläne setzen in den Städten natürlich zunächst eine schnelle digitale Infrastruktur voraus, also auch den Glasfaserausbau für die schnellen 5G-Netze zur Bewältigung der gigantischen Datenströme.

Auch daran ist bei Alphabet mit den entsprechenden Tochterfirmen gedacht, darunter Fiber (Gesellschaft zum Ausbau von Glasfasernetzen), Nest (als Basis für die Smart Buildings der Zukunft) oder Google Maps (liefert die Geodaten für die digitale Stadt).
Eines ist aber auch klar: Nur „smart“ ist sicherlich zu kurz gesprungen für die Zukunft der Städteplanung!

Wie bringen wir die Bau- und Immobilienbranche digital voran?

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