Energiewende

Energiewende

Immobilienwirtschaft und Energiewende

Bereits im Jahr 2000 hat die Bundesregierung eine zeitliche Befristung der Atomenergie beschlossen, die seither oft als „Brückentechnologie“ bezeichnet wird. Das heißt, abhängig von ökonomischen Aspekten, der Anlagensicherheit sowie der Entwicklung erneuerbarer Energien wird deren Nutzung allmählich eingestellt.

Stationen auf dem Weg zur Energiewende

2010
Im September 2010 verabschiedete die Bundesregierung mit dem „Energiekonzept“ eine Gesamtstrategie, die bis 2050 die konventionellen Energieträger durch erneuerbare Energien ersetzen soll. Herausforderungen im Bereich der Energieeffizienz von Gebäuden, Infrastruktur und der Energieforschung werden in dem Konzept ebenso behandelt wie beispielsweise die Problematik des Stromhandels.

2011
Im März 2011 sorgte die Reaktorkatastrophe von Fukushima weltweit für Bestürzung und veranlasste die Bundesregierung, die im Vorjahr gefassten Beschlüsse zu verschärfen. Ergebnis war die sogenannte „Energiewende“. In dieser Sammlung von Beschlüssen und Gesetzesentwürfen wurde neben einem beschleunigten Ausstieg aus der Atomenergie auch ein konkreterer Fahrplan für die Maßnahmen zum Ausbau alternativer Energien formuliert.

2012
Aktuell werden nach Schätzungen in Deutschland circa 600 Millionen Megawattstunden an Strom pro Jahr verbraucht. Davon entfallen etwa 44 Prozent auf Industrie, Gewerbe und Handel, jeweils rund 28 Prozent auf den Verkehr und Haushalte/Immobilien. Die Grundlast in der Stromerzeugung wird derzeit zu circa 80 Prozent konventionell, also aus Kernkraft, Kohle, Öl und Gas erzeugt.

Vier vorrangige Handlungsfelder

Ausblick

Wenn schon ab dem Jahr 2030 rund 50 Prozent des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien stammen sollen (2050 rund 80 Prozent), dann müssen die skizzierten Handlungsfelder eng aufeinander abgestimmt werden. Diesen Prozess volkswirtschaftlich zu gestalten, ist Aufgabe der Politik, ebenso wie die Sicherstellung der Finanzierung der notwendigen Netzergänzungen. Denn sowohl die überregionalen Stromtrassen als auch das regionale und kommunale Verteilernetz müssen massiv ertüchtigt werden, um die schnell wachsende Menge dezentral erzeugter Ökoenergie aufnehmen zu können. Die derzeitigen Ökostrom-Subventionen müssen zum Ausgleich im Verhältnis ihres Beitrags zur Energieversorgung angepasst werden.

Auf der anderen Seite muss die Industrie dafür sorgen, dass die erneuerbaren Energien wettbewerbsfähig werden. Diese Entwicklung erfordert aber eine grundlegende Änderung in der Förderpolitik und beim Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG).

„the blue way“ heißt in Bezug auf die Energiewende: Einzelinteressen einem zielorientierten, gemeinsamen Prozess unterzuordnen, wobei die Ziele im Prozessverlauf regelmäßig hinterfragt und gegebenenfalls optimiert werden müssen. Das sture Festhalten an bestehenden Regeln und Richtlinien wird nicht zum Erfolg führen.