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Luftverschmutzung und Diesel-Urteil: Fahrverbote greifen zu kurz

Um die Luftqualität zu verbessern ist ein Mobilitätswandel notwendig. Das Sofortprogramm für saubere Luft der Bundesregierung fördert unter anderem Elektromobilität und Ladeinfrastruktur im Nahverkehr.

Luftverschmutzung, Staus und Stillstand kennzeichnen den urbanen Alltag vieler Städte. Nun hat das Bundesverwaltungsgericht als eine Gegenmaßnahme in Leipzig entschieden: Diesel-Fahrverbote sind nach geltendem Recht grundsätzlich zulässig. Das begrüßen viele Bürger in Städten mit schlechter Luftqualität. Doch sehr kurzfristige Maßnahmen wie Fahrverbote und Strafzahlungen mögen das notwenige Bewusstsein für Veränderung schaffen und eine Zeit lang helfen, langfristig tun sie es nicht. Sie führen weder dazu, den stark vorhandenen und steigenden Mobilitätsbedarf in den Städten zu decken, noch gehen sie ganzheitlich und vernetzt an die Problematik und Ursachen der Luftverschmutzung heran. Gefordert ist von Städten, Kommunen, aber auch von der Privatwirtschaft das Verfolgen ganzheitlicher und interdisziplinärer Ansätze, um Schadstoffe im Gebäude-, Verkehrs- und Energiebereich zu mindern und die Luftqualität zu verbessern. 

Maßnahmen, damit Städten nicht die Luft ausgeht

Entscheidend ist es, wirkungsvolle Maßnahmen im Gebäude-, Verkehrs-, Infrastruktur und Energiebereich am besten bereits in der Planung zu berücksichtigen. Hierzu gehört eine sinnvolle Frei- und Grünraumgestaltung wie durch Mooswände, City Trees oder begrünte Fassaden. Was die Infrastruktur und den Verkehr angeht, ist dringend ein Mobilitätswandel notwendig. Es gilt, wo immer möglich, beispielsweise ganz verkehrsfreie Quartiere, Fahrradautobahnen oder urbane, emissionsarme Seilbahnen einzuplanen und die E-Mobilität zu fördern.

Weniger Stau, weniger Luftverschmutzung

Weitere Optimierungspotentiale liegen in der besseren Koordinierung des innerstädtischen Verkehrs und von Baustellen, dem Ausbau von P+R-Plätzen für Pendler, Investitionen in einen attraktiveren ÖPNV sowie Konzepten zum automatisierten Parken. Gerade was eine bessere Verkehrssteuerung und Baustellenkoordinierung angeht, liegt der Schlüssel in der Digitalisierung.

Sofortprogramm für saubere Luft 2017-2020 der Bundesregierung

Unterstützung vom Bund zur Verbesserung der Luftqualität erhalten Kommunen durch das „Sofortprogramm für saubere Luft 2017-2020“. Gefördert werden Elektromobilität und Ladeinfrastruktur im Nahverkehr, Fahrrad- und Fußgängerverkehr und eine effiziente Verkehrsführung.