Straubenhardt setzt als erste Modellkommune Baden-Württembergs auf kreislauffähiges Bauen

1 / 2

Als kreislauffähiges Gebäude dient das neue Feuerwehrhaus in Straubenhardt als Rohstoffdepot. Die darin verwendeten Materialien können ohne Qualitätsverlust wiederverwertet werden.

von rechts: Bürgermeister Helge Viehweg, Erster Landesbeamter Wolfgang Herz, Feuerwehrkommandant Martin Irion und Architekt Ingmar Menzer

Nicht nur Strohhalme oder Plastiktüten verursachen unnötigen Müll. Die Hälfte des Abfallaufkommens in Deutschland machen derzeit Bau- und Abbruchabfälle aus. Experten schlagen Alarm, die Gemeinde Straubenhardt im baden-württembergischen Enzkreis reagiert.

Straubenhardt folgt als erste Modellkommune Baden-Württembergs bei ihren Neubauten dem sogenannten „Cradle-to-Cradle"-Prinzip, einem nachhaltigen, kreislauffähigen Verfahren, um Baumaterialien nach einem Gebäudeabriss in ursprünglicher Form wieder verwerten zu können. Für das erste Projekt – das neue Feuerwehrhaus Straubenhardt – wird heute der Grundstein gelegt.

Die EPEA GmbH in Hamburg begleitet Straubenhardt bei seiner vorbildlichen Zielsetzung. „Cradle-to-Cradle", kurz „C2C", bedeutet sinngemäß „von der Wiege zur Wiege". Im Kern geht es um nichts weniger, als Rohstoffe für Produkte, Prozesse und Gebäude in der Art und Weise einzusetzen, dass sie entweder in gleicher Qualität erhalten bleiben oder komplett abbaubar in den biologischen Kreislauf zurückgeführt werden können. Bei einem solchen Re- beziehungsweise Upcycling wird der Nutzwert erheblich erweitert: Gebäude verwandeln sich gewissermaßen zum Rohstoffdepot und Materiallager. Der Abriss muss zur Rohstoffquelle werden, gerade weil das Bauwesen zu den größten Verbrauchern von Rohstoffen gehört.

Feuerwehrhaus ist erst der Anfang

Straubenhardt lebt diese Praxis, seit die Gemeinde ein neues Feuerwehrhaus nach Entwürfen des Stuttgarter Architekturbüros Wulf Architekten GmbH baut, das im Herbst 2020 fertiggestellt sein soll. Für Straubenhardt ist das neue Feuerwehrhaus erst der Anfang: Auf dem Weg zur nachhaltigen Gemeinde plant Straubenhardt zukünftig noch weitere, kleinere C2C-Projekte im täglichen Leben und setzt dabei auch auf die breite Bürgerbeteiligung der Kommune.