Rathaus Freiburg als klimapositiv ausgezeichnet

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Das Rathaus Freiburg wurde 2017 als erstes öffentliches Netto-Plusenergiegebäude der Welt fertiggestellt.

Die Klimapositiv-Auszeichnung für das Rathaus Freiburg wurde auf der Expo Real 2019 überreicht. (v.l. Christine Lemaitre, DGNB, Michael Kuhn, ingenhoven architects, Hervé Roséfort, Stadt Freiburg, Michael Bauer, Drees & Sommer und Alexander Rudolphi (DGNB)).

Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB e.V.) hat am 8. Oktober 2019 auf der EXPO REAL in München das Freiburger Rathaus als klimapositiv ausgezeichnet.Für das ganzheitliche Energiekonzept, die Generalfachplanung und die anschließende CO2-Bilanzierung zeichnete Drees & Sommer verantwortlich.

Hier geht es zum Video-Statement vonProf. Dr. Michael Bauer, Partner der Drees & Sommer SE.

Mit ihrer Auszeichnung bestätigte die DGNB, dass das Gebäude entsprechend ihren Bewertungsstandards ‚Klimaneutrale Gebäude und Standorte‘ klimapositiv betrieben wurde. Das bedeutet: Das Gebäude hat durch seinen Betrieb die Umwelt entlastet bzw. einen positiven Umweltbeitrag geleistet. So hat die Datenauswertung gezeigt, dass die nachhaltige Erzeugung von Energie, verrechnet mit dem tatsächlichen Verbrauch des Gebäudes, zu keinerlei zusätzlichen CO2-Emissionen führt. Vielmehr baut das Gebäude sogar fast 10 Tonnen CO2pro Jahr ab, die von anderen Emittenten verursacht werden. Es wirkt somit ‚klimapositiv‘ und hat samt der Nutzung einen ähnlichen positiven CO2-Footprint wie 50 Bäume. 

„Die Klimapositiv-Auszeichnung der DGNB für das Rathaus Freiburg bestätigt die Innovationskraft des Projekts und des umgesetzten Energie- und Nachhaltigkeitskonzepts. Es ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie mit innovativen Herangehensweisen und einer Prise Mut, Bauvorhaben bereits heute einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Damit dieser Effekt sich verstärkt, sollten auch andere Bauherren und Projektentwickler dem Beispiel folgen“, so Prof. Dr. Michael Bauer, Partner der Drees & Sommer SE. Das Projektmanagement- und Immobilienberatungsunternehmen begleitete das Vorzeigeprojekt als Generalfachplaner und übernahm das Energiedesign, das Energiemanagement, die Bauphysik, die Gebäude- und Fassadentechnik und die CO2-Bilanzierung.

Das von ingenhoven architects und Drees & Sommer konzipierte und realisierte Rathaus im Stühlinger (Freiburg) ist das erste öffentliche Netto-Plusenergiegebäude dieser Art und Nutzung weltweit. Mit ihrem Energieentwurf haben die Experten dafür gesorgt, dass das Gebäude mehr Energie erzeugt als es verbraucht, wobei die überschüssige Energie ins Stadtnetz eingespeist wird. Der Primärenergiebedarf für Heizung, Kühlung, Belüftung und Warmwassererzeugung liegt bei nur etwa 55 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr – das sind nur 40 Prozent des Primärenergiebedarfs vergleichbarer moderner Bürogebäude. Die für das Gebäude notwendige thermische Energie für Wärme und Kälte wird über Saug- und Schluckbrunnen mit einer Wärmepumpe und Solarthermie generiert. Die elektrische Energie wird über Photovoltaik auf dem Dach und an der Fassade erzeugt. Die mechanische Belüftung ist mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung ausgestattet.

Die Klimapositiv-Auszeichnung der DGNB ist für ein Jahr gültig. Um sich weiter als ‚klimapositiv' bezeichnen zu können, müssen die Eigentümer ihre Bilanzdaten für das Folgejahr jeweils neu vorlegen.

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung der DGNB und unter folgendem Link: Rathaus im Stühlinger