Lean Construction Management (LCM) für schnelle, schlanke und agile Bauprozesse
Das Chaos hat ein Ende – die Zukunft gehört der schlanken Baustelle
Gegenstände liegen herum. Ausführende Firmen unterschiedlicher Gewerke kommen sich in die Quere. In manchen Räumen geht wochenlang nichts voran … Verschwendung von Material, Zeit und Arbeitskraft ist ein grosses Thema bei Bauprojekten. Nacharbeiten verzögern den Bauablauf und treiben die Kosten in die Höhe. Oft lässt sich der geplante Fertigstellungstermin nur mit einem hohen finanziellen Aufwand durch sogenannte Feuerwehreinsätze oder mit Abstrichen in der Qualität erreichen.
Doch chaotische Bauabläufe kann oder will sich keine Firma mehr leisten. Schneller, besser, effizienter: Was für ihr Kerngeschäft gilt, erheben Unternehmen zunehmend auch zum Grundsatz für ihre Bau- und Immobilienprojekte. Bauabteilungen der produzierenden Industrieunternehmen etwa entdecken „Agil“ und „Lean“ für die Planung und Durchführung ihrer Bauvorhaben. Genau hier setzt Lean Construction Management (LCM) an: Die Methode schafft transparente Abläufe, verbessert die Zusammenarbeit und trägt dazu bei, Bauprojekte schlanker und verlässlicher umzusetzen.
Je komplexer, desto schlanker – Lean hebt das Projektmanagement auf eine neue Stufe
Viele unterschiedliche Projektbeteiligte, ein steigender Zeit- und Kostendruck bei einem wachsenden Anspruch an Sicherheit und Nachhaltigkeit: Hochbau- und Infrastrukturprojekte werden immer komplexer. Gerade bei diesen grossen, anspruchsvollen Projekten bietet sich ein nach der Lean-Methodik aufgesetztes Projekt an. Statt einen auf Erfahrungswerten basierenden Rahmenterminplan vorzugeben, steht bei Projekten mit Lean Projektmanagement im Bau der Gesamtprozess im Fokus. Diesen erarbeiten alle Beteiligten gemeinsam. Sie konzentrieren sich auf Abfolgen, Abhängigkeiten und Vorleistungen. Das schafft ein gemeinsames Verständnis. Potenzielle Risiken werden so deutlich schneller sichtbar.
Zu den zentralen Methoden des LCM gehören die gemeinsame Gesamtprozessanalyse, die Prozess- und Taktplanung, eine rollierende Vorschauplanung sowie ein transparentes Aufgaben- und Störungsmanagement. Dadurch werden Schnittstellen, Verantwortlichkeiten und der aktuelle Projektfortschritt für alle Beteiligten sichtbar.
Steht der Gesamtprozess, folgt die Prozessplanung. Das Projektteam versieht die erarbeiteten Abläufe mit Dauern und bringt sie in einen Fluss. So werden Abhängigkeiten deutlich und der zukünftige Bauablauf lässt sich visualisieren, monatlich anpassen und fortschreiben.
Als visuelles Steuerungswerkzeug auf der Baustelle fungiert die Detailplanung für Bauleitung und ausführende Firmen. Der Bauablauf ist ruhig und stabil. Trotzdem können die Beteiligten flexibel auf Änderungen reagieren.
Ohne Lean-Optimierung kommt es beim Bauablauf zu Verzögerungen, Überschneidungen und Kollisionen.
Bei lean-optimierten Projekten arbeitet ein sogenannter Gewerkezug gleich grosse Arbeitspakete im Takt ab.
Lean – in der Produktion etabliert, in der Bauwirtschaft vor dem Durchbruch
Der heutige Lean-Gedanke hat seinen Ursprung in dem von Taiichi Ohno entwickelten Toyota-Produktionssystem. Wichtige Grundsätze innerhalb von Lean:
- Den Kunden und den Wertschöpfungsprozess in den Mittelpunkt stellen
- Verschwendung eliminieren
- Die Effizienz erhöhen
- Standards schaffen
- Kosten reduzieren
- Einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess etablieren
Daraus ergeben sich Prinzipien für die Produktion: Fliessfertigung, Pull-Prinzip, Nivellierung und Taktzeitplanung sowie das Null-Fehler-Prinzip. Sie lassen sich so anpassen, dass auch Bauprojekte vom Lean-Gedanken profitieren.
Statt eines Fliessbands – wie in der industriellen Fertigung üblich – gibt es bei Bauprojekten den Gewerkezug. Die Lean-Experten teilen ein Gebäude in Bereiche mit gleichem Arbeitsaufwand ein. Richtig hintereinander aufgereiht durchfahren die einzelnen Züge bestehend aus den einzelnen Gewerken das Gebäude im Takt, bis es fertig ist. Ohne Leerläufe oder Verzögerungen. Das Ergebnis ist ein ruhiger, gleichmässiger und zügiger Bauablauf ohne Kapazitätsengpässe.
In der Planung agil, in der Ausführung stabil – wie Agile und Lean zusammenspielen
Damit die Arbeiten so ruhig und stabil ablaufen, bedarf es einer sorgfältigen Planung. Die darf gerade am Anfang kreativ und flexibel sein. Mithilfe von Agile Design Management lassen sich zahlreiche Hindernisse des Arbeits- und Projektalltags überwinden. Die Planungsmethode hat ihren Ursprung in der Softwareentwicklung. Im Vordergrund stehen die Menschen, die mit wenigen Regeln fach- und teamübergreifend eng zusammenarbeiten.
Mit Agile Design Management lösen sich unter anderem folgende Probleme auf:
- Unübersichtliche Terminpläne
- Kein Verständnis für die Aufgaben anderer
- In E-Mails verloren gegangene Aufgaben oder Probleme
- Unklare und unkoordinierte Schnittstellen
- Falsche Annahmen, Fehlplanungen
- Kontinuierliche Änderungen
Es gibt eine Gesamtprozessanalyse, eine Prozessplanung und ein Aufgaben-Management (Scrum). Das Scrum-Board dient als visuelles Aufgaben-Steuerungstool. Hilfsmittel wie Haftnotizzettel machen den Fortschritt und aktuelle Aufgaben für jeden Beteiligten direkt sichtbar.
Lean Construction löst viele Herausforderungen
Mit Lean Construction Management überträgt Drees & Sommer Schweiz die Lean-Prinzipien aus der Fertigungsindustrie und agile Methoden aus der Softwareentwicklung auf die Planung und Realisierung von Bauprozessen und Bauprojekten.
Seine grösste Wirkung entfaltet LCM, wenn es durchgängig über alle Phasen eines Bauvorhabens zum Einsatz kommt. Lean Design Management und Target Value Design in der Planung, Lean Site Management auf der Baustelle, eine schlanke Supply Chain und Baulogistik, eine Prozessoptimierung am Arbeitsplatz und die Schulung der Mitarbeiter – all das gehört zu Lean Construction.
Ihre Vorteile mit LCM
Durch transparente Abläufe, abgestimmte Arbeitspakete und eine kontinuierliche Verbesserung unterstützt LCM einen stabileren und effizienteren Projektverlauf.
- Deutliche Erhöhung der Effizienz: Das Projekt erreicht seine Termin-, Kosten- und Qualitätsziele
- Gesteigerte Effizienz über die gesamte Wertschöpfungskette – bei verbesserter Qualität
- Kommunikation und Prozesse werden besser
- Beschleunigung um bis zu 30 %
- Höhere Stabilität ("es läuft so wie geplant")
- Vermeidung von Behinderungen und Störungen
- Rechtzeitige Identifizierung und Vermeidung von Risiken
LCM mit Drees & Sommer – einfach im Film erklärt
Drees & Sommer hat den Lean-Ansatz auf jede Phase des Projektlebenszyklus übertragen:
Seine grösste Wirkung entfaltet LCM, wenn die Methode frühzeitig und durchgängig eingesetzt wird. Drees & Sommer passt die Lean-Instrumente an die Projektziele, die Projektphase und die bestehende Organisation an.
Wir unterstützen Sie unter anderem mit:
- Target Value Design: Projektziele und wirtschaftliche Rahmenbedingungen frühzeitig zusammenführen
- Lean Design Management: Planungsprozesse strukturiert und kollaborativ steuern
- Taktplanung und Taktsteuerung: Arbeitsbereiche und Gewerke in einen stabilen Ablauf bringen
- Lean Site Management: Prozesse und Zusammenarbeit auf der Baustelle optimieren
- Lean Logistics: Materialflüsse, Anlieferungen und Baustellenlogistik abstimmen
- LCM Digital: Prozesse, Aufgaben und Fortschritte digital und transparent steuern
- Coaching und Schulungen: Lean-Kompetenz nachhaltig in der Projektorganisation verankern
In frühen Phasen definieren die Projektmanager das Gebäude und den damit verbundenen Wert (Value) für den Bauherrn mithilfe von Target Value Design. In den Planungsphasen planen sie mit modularer Planung und Agile Design Management das Projekt. Nach und nach entsteht so ein konkretes Bauvorhaben, das den Wünschen und Zielen des Bauherrn entspricht. In der Ausführungsphase kommt Lean Site Management zum Einsatz. Es erhöht die Effektivität und die Effizienz auf der Baustelle. Bei der Inbetriebnahme gewährleisten standardisierte Prozesse und die Verknüpfung zur Baustelle eine termingerechte und perfekte Übergabe.
Digitalisieren Sie Ihr Bauprojekt mit der Software LCM Digital
Baustellen ersticken immer öfter an einer Informationsflut, da die Komplexität von Planungsabläufen und Terminplänen immer schwerer zu bewältigen ist. Die Herausforderung: in Echtzeit Transparenz schaffen, Informationen filtern und zielgerichtet aufbereiten und zur rechten Zeit an die richtige Stelle bringen. LCM Digital digitalisiert hierfür bewährte Ansätze und bringt das Lean Construction Management in die Cloud. Wir glauben, dass digitale, transparente und kollaborativ gesteuerte Prozesse die Zukunft sind.
Über 350 erfolgreich umgesetzte Projekte
Drees & Sommer arbeitet seit über 15 Jahren mit Lean Construction und hat bereits mehr als 350 Projekte erfolgreich umgesetzt. Neben Bauherren berät das Unternehmen auch Baufirmen, Planungsbüros und Bauzulieferer – mit dem Ziel, die Projektabwicklung schlanker zu gestalten.
Häufige Fragen zu Lean Construction Management
Lean Construction Management ist eine Methode zur kollaborativen Planung und Steuerung von Bauprojekten. Sie stimmt Abläufe, Arbeitspakete und Verantwortlichkeiten aufeinander ab, reduziert Verschwendung und schafft transparentere Prozesse.
LCM eignet sich besonders für komplexe Neu-, Umbau- und Sanierungsprojekte mit zahlreichen Beteiligten und hohen Anforderungen an Termine, Kosten und Qualität. Einzelne Methoden lassen sich auch gezielt bei kleineren Projekten einsetzen.
Idealerweise wird LCM bereits in einer frühen Planungsphase eingeführt. Die Methode kann aber auch während der Ausführung eingesetzt werden, um Abläufe zu stabilisieren und die Zusammenarbeit zu verbessern.
Lean Design Management optimiert die Zusammenarbeit und die Abläufe während der Planung. Lean Site Management konzentriert sich auf die Steuerung der Ausführung und einen stabilen Arbeitsfluss auf der Baustelle.
Die Taktplanung gliedert das Bauwerk in vergleichbare Arbeitsbereiche und stimmt die Gewerke zeitlich aufeinander ab. Dadurch werden Engpässe, Überschneidungen und Wartezeiten früher sichtbar.







