Bundespreis für Umwelt & Bauen: RAG-Neubau mit dem Sonderpreis Nachhaltigkeit und Innovation geehrt

Am 29. September zeichneten das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt besonders nachhaltige und innovative Projekte mit dem Bundespreis für Umwelt & Bauen aus. In diesem Rahmen erhielt der RAG-Neubau auf dem Zeche Zollverein in Essen eine Anerkennung in der Kategorie „Sonderpreis“.

Der vom Aachener Büro kadawittfeldarchitektur entworfene und 2017 fertiggestellte Neubau auf dem Zeche Zollverein in Essen orientiert sich an modernsten Nachhaltigkeitsstandards. So entspricht er nicht nur dem DGNB-Platin-Standard, sondern gilt auch als eines der ersten Gebäude Deutschlands, welches nach dem Cradle to Cradle-Designprinzip, kurz C2C, gebaut wurde. Hinter dem Konzept steckt der Gedanke, alle im Gebäude eingesetzten Materialien so auszuwählen und zu gestalten, dass sie nach ihrer Nutzung entweder in den natürlichen Nährstoffkreislauf oder in den technischen Kreislauf zurückgeführt werden können. Somit fungieren Gebäude als Rohstoffdepots und geben die Ressourcen nach Ende der Nutzungszeit für neue Produkte und Projekte wieder frei.

Vor diesem Hintergrund betont Jasna Moritz, Partnerin bei kadawittfeldarchitektur: „Ein besonderer Dank gilt Drees & Sommer und EPEA, die uns das Konzept der C2C-Denkschule näher gebracht haben und das Projekt wegbereitend mit ihrer Expertise im Bereich des kreislauffähigen Bauens unterstützt haben. Der Preis motiviert uns zusätzlich, die bereits entwickelten Konzepte und den eingeschlagenen Weg in aktuellen und künftigen Projekten weiter zu verfolgen.“ Neben der Cradle to Cradle-Beratung übernahmen die EPEA- und Drees & Sommer-Experten bei dem Vorzeigeprojekt auch die Generalfachplanung.

Ausgehend vom C2C-Gedanken wurde der RAG-Verwaltungsneubau aus regionalen und komplett recyclingfähigen Materialien erstellt. So bestehen zum Beispiel die Fensterbänder aus einer Rahmen-Konstruktion aus C2C-zertifizierten Aluminiumprofilen und Gläsern. Darüber hinaus wurden im Gebäude feinstaubbindende Teppichfliesen und Eichen-Parkett als C2C-zertifizierte Bodenbeläge sowie ein C2C-zertifiziertes Glastrennwandsystem verwendet. Für eine nachhaltige Energieerzeugung und -nutzung sorgen eine Geothermieanlage und eine auf dem Dach integrierte Solar-Pergola. Das begrünte Dach kompensiert zudem die durch die Baumaßnahme versiegelte Grundfläche und fördert die Biodiversität.

Diese besonders innovativen und nachhaltigen Lösungen haben die interdisziplinäre Jury des Bundespreises Umwelt & Bauen überzeugt. Die feierliche Preisverleihung mit insgesamt vier Preisträgern und sieben Anerkennungen fand am 29. September statt.

Weitere Informationen zum Bundespreis Umwelt & Bauen finden Sie unter folgendem Link: https://www.umweltbundesamt.de/bundespreis-umwelt-bauen-start