Klinikimmobilie 2026: Gesundheitsbauten ganzheitlich und zukunftsfähig denken

Wie entstehen Klinikimmobilien, die leistungsfähig, resilient, nachhaltig und wirtschaftlich zugleich sind? Diese Frage stand im Mittelpunkt der 15. Ausgabe des Fachkongresses „Die Klinikimmobilie der nächsten Generation“, der am 17. und 18. Juni 2026 in Mainz stattfand. Drees & Sommer war mit Impulsen rund um Digitalisierung, integrierte Planung und zukunftsfähige Gesundheitsinfrastruktur vertreten.
Seit 2011 bringt der Fachkongress Expert:innen aus Planung, Bau, Betrieb, Medizin und Forschung zusammen. Auch in diesem Jahr zeigte sich deutlich: Die Anforderungen an Gesundheitsbauten steigen weiter. Kliniken sind kritische Infrastruktur, Versorgungsort, Arbeitsplatz und Hochleistungsbetrieb zugleich – und stehen unter wachsendem Transformationsdruck.
Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Resilienz, Wirtschaftlichkeit und neue Versorgungsmodelle lassen sich dabei nicht isoliert betrachten. Zukunftsfähige Klinikimmobilien entstehen nur, wenn diese Themen frühzeitig zusammengedacht und über den gesamten Lebenszyklus hinweg gesteuert werden.
Integrierte Ansätze für komplexe Anforderungen
Das Themenspektrum des Kongresses reichte von Dekarbonisierung und Lebenszykluskosten über integrierte Projektabwicklung bis hin zu KRITIS-Anforderungen, digitalen Infrastrukturen und neuen Betriebsmodellen.
Die zentrale Botschaft: Einzelmaßnahmen reichen nicht aus. Wer Klinikimmobilien langfristig leistungsfähig machen will, braucht ganzheitliche Strategien, die Bedarfsplanung, Planung, Bau, Betrieb und Transformation konsequent miteinander verzahnen.
Gerade im Gesundheitsbau entscheidet das Zusammenspiel vieler Faktoren über den Projekterfolg: flexible Gebäudestrukturen, belastbare technische Systeme, effiziente Prozesse, sichere Versorgung, wirtschaftlicher Betrieb und hohe Aufenthaltsqualität für Patient:innen, Mitarbeitende und Besucher:innen.
Digitalisierung als strategisches Planungsprinzip
Ein Fokus war die Frage, wie Krankenhausprojekte durch Digitalisierung effizienter, vernetzter und resilienter werden können. Entscheidend ist dabei nicht die isolierte Einführung einzelner Tools, sondern ein klares digitales Zielbild: Welche Prozesse sollen unterstützt werden? Welche Daten werden benötigt? Welche Schnittstellen sind relevant? Und wie entsteht daraus ein messbarer Mehrwert für Planung, Bau und Betrieb?
Die wichtigsten Perspektiven:
- Vom Tool zur Vision: Digitalisierung beginnt mit einer klaren Strategie – nicht mit der Auswahl einzelner Technologien.
- KI als Mehrwerttreiber: Künstliche Intelligenz kann bereits heute helfen, Daten fundiert auszuwerten, etwa zur Analyse von Patientenströmen, zur Optimierung von Abläufen oder zur Unterstützung sicherheitsrelevanter Prozesse.
- Prozesse neu denken: Digitale Lösungen entfalten ihren Nutzen erst, wenn Prozesse standardisiert, automatisiert und konsequent aufeinander abgestimmt werden.
- Digitale Infrastruktur von Anfang an mitplanen: Datenflüsse, Schnittstellen, IT-Systeme und Betriebsanforderungen müssen integraler Bestandteil der frühen Planungsphasen sein.
Der entscheidende Hebel liegt darin, Digitalisierung nicht als Zusatzmodul zu verstehen, sondern als durchgängiges Planungs- und Betriebsprinzip – von der Bedarfsplanung bis in den laufenden Klinikbetrieb.
Nachhaltigkeit, Resilienz und Performance zusammenführen
Neben digitalen Themen stand die Transformation hin zu klimaneutralen und resilienten Gesundheitsbauten im Mittelpunkt. Kliniken müssen auch unter veränderten Rahmenbedingungen sicher funktionieren – etwa bei steigenden Energieanforderungen, veränderten Versorgungsstrukturen, Fachkräftemangel oder externen Krisen.
Daraus ergeben sich klare Anforderungen:
- CO₂-Reduktion und Energieeffizienz müssen über den gesamten Lebenszyklus gesteuert werden.
- Resiliente Strukturen sind Voraussetzung für einen sicheren und stabilen Klinikbetrieb.
- Wirtschaftlichkeit bleibt angesichts steigender Kosten und komplexer Anforderungen ein zentraler Erfolgsfaktor.
- Gebäude müssen flexibel genug sein, um künftige medizinische, technische und organisatorische Veränderungen aufzunehmen.
Damit wird deutlich: Zukunftsfähige Klinikimmobilien entstehen im Spannungsfeld von Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und ökonomischer Performance. Sie erfordern ein integratives Vorgehen, das strategische Zielbilder mit konkreter Umsetzungskompetenz verbindet.
Austausch als Schlüssel zur Umsetzung
Mit interaktiven Formaten, Sessions und Roundtabels bot der Kongress Raum für praxisnahen Austausch und neue Perspektiven. Genau dieser Dialog zwischen Auftraggeber:innen, Planenden, Betreibenden, medizinischen Fachbereichen, Forschung und Industrie ist entscheidend, um innovative Ansätze in tragfähige Lösungen zu übersetzen.
Denn die Herausforderungen im Gesundheitsbau sind vielschichtig – und lassen sich nur gemeinsam lösen. Wer frühzeitig alle relevanten Akteur:innen einbindet, schafft die Grundlage für bessere Entscheidungen, effizientere Prozesse und nachhaltigere Ergebnisse.
Zukunft entsteht im Zusammenspiel
Die Klinikimmobilie 2026 hat einmal mehr gezeigt: Die Transformation des Gesundheitsbaus gelingt nur im Zusammenspiel von Strategie, Digitalisierung und Nachhaltigkeit.
Drees & Sommer verfolgt dabei einen klaren Ansatz: ganzheitlich denken, integriert planen und nachhaltig umsetzen.
So entstehen Klinikimmobilien, die langfristig leistungsfähig, resilient und wirtschaftlich sind – und zugleich den Menschen in den Mittelpunkt stellen.



