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Meilenstein für Biotechnologie Made in Germany: Miltenyi Biotec investiert in den Ausbau des Produktionsstandorts Köln

Vom Brownfield zur Biotech-Zukunft: Am Standort Köln schafft Miltenyi Biotec die Grundlage für die künftige Produktion klinischer Reagenzien. © Miltenyi Biotec

Köln, 13. Mai 2026. Rund 6.000 Menschen weltweit versorgt die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG mit Hauptsitz in Bergisch Gladbach aktuell jedes Jahr mit innovativen Zell- und Gentherapien. Die Nachfrage steigt immer weiter – und mit ihr auch der Bedarf an Produktionskapazitäten. Deshalb investiert das global agierende Biotechnologie- und Biomedizin-Unternehmen mit rund 4.600 Mitarbeitenden weltweit in den Ausbau des Standorts in Köln. Miltenyi Biotec kernsaniert dort einen ehemalig für pharmazeutische Herstellungs- und Verpackungsprozesse genutzten Gebäudekomplex. Unter dem Namen Cologne Clinical Products Miltenyi Biotec (CPMB) werden künftig Reagenzien für klinische Anwendungen hergestellt. Vor kurzem hat das Projekt mit der Installation der prozesstechnischen Anlagen einen wichtigen Meilenstein erreicht. Das auf Bau, Immobilien und Infrastruktur spezialisierte Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE unterstützt Miltenyi Biotec bei der zukunftsweisenden Transformation.

Seit der Gründung im Jahr 1989 im Bergisch Gladbacher Ortsteil Moitzfeld hat sich die Miltenyi Biotec B.V. & Co. KG als führender Player in der deutschen Biotechnologiebranche etabliert. Das Unternehmen treibt die Forschung an innovativen Zelltherapien voran und gilt besonders in der Krebsimmuntherapie und bei der Behandlung von Tumorerkrankungen mit Zelltherapien wie CAR-T-Zellen als Vorreiter. „Inzwischen haben wir über 19.000 Produkte in unserem Portfolio, die von automatisierten Produktionssystemen über Analyse- und Diagnosetools bis hin zu klinischen Reagenzien reichen“, so Martin Meyer, Head of Clinical Production bei Miltenyi. Dennoch übersteige die Nachfrage häufig das Angebot. „Wir kernsanieren und modernisieren deshalb den gesamten Gebäudekomplex in Köln, um künftig noch mehr Platz für die Produktion von klinischen Reagenzien nach höchsten Qualitätsstandards zu schaffen“, sagt Meyer.

Herausforderung Brownfield – Effiziente Nachnutzung für sterile Produktionsprozesse

Die bestehenden Räumlichkeiten bieten rund 12.000 Quadratmeter Nutzfläche, wovon sich 5.000 auf die Produktion der klinischen Reagenzien im Erdgeschoss erstrecken. Daneben entstehen Personalschleusen im Untergeschoss, zwei Techniketagen im ersten und zweiten Obergeschoss sowie Bürobereiche mit rund 430 Quadratmetern Fläche.

„Sogenannte Brownfield-Projekte wie dieses fordern uns besonders heraus, weil wir bestehende Flächen so umgestalten müssen, dass sie den Anforderungen der Nachnutzung entsprechen“, erklärt Harald Gräfe, Manager und Experte für Pharmabauten bei Drees & Sommer. „Dazu schauen wir immer zuerst, was sich von der ursprünglichen Infrastruktur erhalten und für die weitere Nachnutzung verwenden lässt”, so der Fachmann. In Köln bleiben beispielsweise Teile der Gebäudehülle, das Tragwerk und ausgewählte Reinraumdecken bestehen. Alles, was sich nicht weiter nutzen lässt, wird im Rahmen der bestehenden baulichen Struktur mit modernster Technik ersetzt oder ergänzt. Dazu gehören komplexe Reinraumbedingungen für sterile Produktionsprozesse sowie eine digitale Infrastruktur, die sämtliche Abläufe vernetzt und überwacht. „Gleichzeitig integrieren wir die strengen regulatorischen Anforderungen der Good Manufacturing Practice, kurz GMP, von Anfang an in die baulichen und technischen Gegebenheiten“, so Gräfe. GMP umfasst ein umfangreiches Regelwerk, das sicherstellt, dass die klinischen Reagenzien unter kontrollierten, reproduzierbaren und nachweisbaren Bedingungen hergestellt werden. Dazu gehören mitunter definierte Reinraumklassen, kontrollierte Material- und Personenflüsse, hygienische Oberflächen sowie lückenlose Dokumentationspflichten.

Das Projektteam von Drees & Sommer ist mit verschiedenen Leistungen beauftragt – darunter das Projektmanagement, das technische Projektcontrolling, das digitale GA-Audit als Controlling der Inbetriebnahme und das BIM-Management. Mittels BIM-Planung werden alle Planungs-, Bau- und Betriebsprozesse, die sich in einem zentralen digitalen Gebäudemodell, dem sogenannten digitalen Gebäude-Zwilling, abbilden lassen, vernetzt „Dank des strukturierten BIM-Managements gelingt eine nachvollziehbare und qualitätsgesicherte Projektabwicklung, denn damit sorgen wir teamübergreifend für Transparenz und erhöhen die Effizienz über alle Projektphasen hinweg”, so Sebastian Sebold, Spezialist für BIM-Lösungen bei Drees & Sommer.

Innovatives Energiekonzept für klimafreundliche Produktion

Neben der technischen Ausstattung spielt auch die Energieversorgung eine wichtige Rolle für die Zukunftsfähigkeit des Standorts. Das neue Energiekonzept setzt auf eine dezentrale Struktur anstelle der bisherigen zentralen Versorgung. „In Zukunft kommen hier Hoch- und Höchsttemperatur-Wärmepumpen zum Einsatz“, sagt Harald Gräfe. „Diese können sowohl Prozesswärme bis zu 200 Grad als auch Dampf mit hoher Energieeffizienz bereitstellen.” Damit reduziert sich der Energieverbrauch sowie auch der CO₂-Ausstoß erheblich. „Wir ermöglichen so eine klimafreundliche Produktion im industriellen Maßstab”, so Gräfe.

Biotechnologie-Zukunft Made in Germany

Der Ausbau am Standort in Köln ist für Miltenyi Biotec ein strategischer Schritt in Richtung globaler Wettbewerbsstärke: „Deutschland hat die Chance, sich in den kommenden Jahren neben den Märkten USA und China als führende Biotechnologie-Nation zu positionieren. Mit dem Projekt CPMB leisten wir unseren Beitrag dazu, diesem Ziel näherzukommen und Therapien Made in Germany für deutlich mehr Patientinnen und Patienten weltweit schneller und wirtschaftlicher verfügbar zu machen“, sagt Martin Meyer. Miltenyi Biotec plant, den sanierten Gebäudekomplex bis Ende 2026 in Betrieb zu nehmen.