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Das Neuste zuerst: In unseren News-Beiträgen finden Sie alles, was wir aktuell zu berichten haben.

Blog

Nachhaltige Stadtplanung

Resiliente und elastische Städte durch Nutzungsmischung

© Sebastian Grote – Fotolia.com

Wir assoziieren unsere Städte mit bestimmten Raumcharakteristika: Belebte Innenstadtzonen, angrenzende Wohnviertel mit punktuellen gastronomischen Einrichtungen sowie Büro- und Gewerbecluster. In den Randbereichen bestehen industrielle Nutzungen und Vorortstrukturen. Das ist für uns die klassische Alltagsstadt.

Wenn wir uns ein konkretes Bild eines fiktiven Tags an unserem Lebensort kreieren  – wie sieht so ein Tag für uns aus? Morgens von der Wohnung zur Arbeit, anschließend zum Sport oder zum Einkaufen und abends treffen wir Freunde oder Bekannte. Selbstverständlich ist das nur ein generalisierter Vorschlag des Alltags. Jedoch stellen wir schnell fest, dass unser Leben in hohem Maße durch Mobilität geprägt ist. Das ist auch gut so, denn sie kreiert unsere diversen Städte. 

Von essentieller Bedeutung ist es demzufolge, Mobilitätssysteme zu entwickeln, welche statt Autos, den Menschen als Nutzenden in den Fokus nehmen. Leider ist der Status quo meistens eher das Gegenteil. Städte klagen weltweit über verstopfte Straßen, verschmutzte Luft, teure Wohnlagen und lange Arbeitswege. Derartige Umstände verschärfen sich weiter noch durch das starke Wachstum der urbanen Zentren. 

 

Nachhaltige Stadtplanung: Wagen wir es

Städte müssen zukünftig auf die Folgen des Klimawandels eingehen und sich weiterentwickeln.  Intelligente Städte bieten hier lebenswerte Alternativen. Anstatt einer Abhängigkeit von fossilen Energieträgern können sie sich den Herausforderungen einer diversen und mobilen Stadtgesellschaft stellen. Die „elastische“ Stadt zeichnet sich durch ihre Flexibilität in Bezug auf demografische, digitale und ökologische Veränderungen aus. 

Hierzu benötigt es neben dem Umdenken der Mobilitätssysteme, Anpassungen der Wohnkonzepte, der Handelsstrukturen, der urbanen Logistik, der Energieversorgung sowie des Städtebaus. Häufig unterschätzt ist dabei eine essentielle Voraussetzung in der Umsetzung: die vielfältige, leistbare und resiliente Nutzungsmischung in Quartieren und Immobilien - horizontal wie vertikal.

„Erarbeiten wir tragbare Immobilienprodukte. Wagen wir es – mehr Mischung!“ 

Durch einen höheren Anteil nutzungsgemischter Strukturen schaffen Expert:innen eine höhere Resilienz für Städte. Dabei bündeln Immobilien verschiedene Funktionen als zentralen Anlaufpunkt einer Stadt – vertikal durchmischte Quartiershubs. Das reduziert einerseits Verkehrsströme und lokale Emissionen und fördert andererseits ortsbezogene Begegnungsräume in sozialer und infrastruktureller Funktion. 

Erfordernis: Verändertes Immobilienverständnis

Bei Betrachtung gegenwärtiger Immobilien-Anlageklassen zeichnet sich ein eindeutiges Bild ab. Nutzungsscharfe und klar formulierte Immobilienprodukte mit geringem Spielraum für Nutzungsdifferenzierung sowohl in der Errichtungsphase als auch im Lebenszyklus dominieren die Assetklassen. 

Werden diese klaren Assetklassen einer sich so elementar wandelnden Gesellschaft mit stetig wachsenden Herausforderungen gerecht? 

Obgleich der bestehenden Vorteile, wie einer ableitbaren Marktnachfrage, erprobter Geschäftsmodelle, kalkulierbarer Renditeerwartungen sowie baulicher und architektonischer Grundlagen, existieren Grenzen der Nutzungsflexibilität bestehender Immobilien-Assetklassen. 

Letztere sind im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu überwinden. Um die bestehenden Assetklassen um den Baustein der „nutzungsgemischt-urbanen Immobilie“ zu ergänzen, benötigt es Reallabore und Referenzen, um Betreibermodelle und Nutzungsstrukturen einer solchen Immobilie zu erproben. Somit zeigt sich schnell die Attraktivität und das Potenzial gegenüber Investierenden. 

Das vermutlich bekannteste Hybridgebäude ist die Elbphilharmonie in Hamburg. Neben Konzertsälen und Proberäumen finden sich in dem Gebäude 45 Eigentumswohnungen, ein Hotel mit 244 Zimmern sowie ein Parkhaus, Restaurants, eine Bar und mit der „Plaza“ sogar eine öffentliche Aussichtsplattform auf 37 Metern Höhe. 

Problematisch ist jedoch, dass es derzeit für die Implementierung von Nutzungsmischung keine allgemein gültigen Erfolgsrezepte gibt. Schließlich stellt die Elbphilharmonie kein allgemeingültig übertragbares Gebäude dar. 

Es gibt drei Grundvoraussetzungen, die nutzungsgemischte Immobilien betreffen: 

  1. Eignung des Standortes: Spezifische Voraussetzungen zur Nutzungsmischung aufgrund der  Standortlage und Umfeldqualität. 
  2. Schlüssiges baulich-architektonisches Konzept mitsamt Standortimage: Unter Berücksichtigung der Anbieter struktur und -interessen sowie Eigentümerstrukturen und -interessen. 
  3. Begleitendes Prozessmanagement: Betreuung des gesamten Planungs- und Realisierungszeitraums sowie der Nutzungsperiode.

Wie sich zum Beispiel ein Quartiershub als nutzungsgemischte Immobilie konstruieren kann, ist diskutabel und umfeldspezifisch abzuleiten. Als bedeutsam sind hier die Nutzungsbausteine und baukonstruktive Gestalt anhand den Dimensionen der Suffizienz, bestehend aus (1.) „besser nutzen“,  (2.) „anders produzieren“ und (3.) „weniger verbrauchen“ abzuleiten.

3 Thesen: Potenziale für resiliente und elastische Städt

  1. besser nutzen: Städte benötigen Wandel. Durch nutzungsgemischte und modulare Immobilien steigert sich diese Wandlungsfähigkeit. Flächen sind somit über den Gesamtlebenszyklus resilienter nutzbar und können sich gesellschaftlichen Bedürfnissen besser anpassen.
  2. sozial miteinander: Städte sind und bleiben Interaktionsorte. Durch nutzungsgemischte Immobilien entstehen Schnittstellen. Außerdem stärkt sich das soziale Miteinander innerhalb des Quartiers durch Nahversorgungs- und Gemeinbedarfsinfrastrukturen des Quartiershubs.
  3. weniger verbrauchen: Städte können sparen. Durch Kombination mehrerer Nutzungsbausteine innerhalb einer Immobilie entsteht die Stadt der kurzen Wege. Durch Bündelung sind Wegeketten reduziert und verkehrsbedingte Emissionen gesenkt. 

Quellenverweise:

Berding, Nina; Bukow, Wolf-D.; Cudak, Karin (2018): Die kompakte Stadt der Zukunft: Auf dem Weg zu einer inklusiven und nachhaltigen Stadtgesellschaft. Springer VS, Wiesbaden.

Trösser, Susanne (2018): Urbanität auch in Neubaugebieten schaffen: Von der horizontalen zur vertikalen Nutzungsmischung. Reihe: vhw FWS 3, Mai - Juni 2018. Selbstverlag des vhw - Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e. V., Berlin. S. 157-159.

Neumann, Tim; Ziesler, Uwe; Teich, Tobias (2020): Kooperation und Innovation für eine nachhaltige Stadtentwicklung: Forschung mit innovativen Kommunen. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, Wiesbaden.

Forlati, Silvia; Peer, Christian Peer (2017): Mischung: Possible! Wege zur zukunftsfähigen Nutzungsmischung. Selbstverlag der TU Wien, Wien.

Fraunhofer IAO (2022): Fraunhofer IAO Jahresbericht 2021/22 – Zukunft nachhaltig gestalten. Selbstverlag des Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Stuttgart.

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Wenn wir uns ein konkretes Bild eines fiktiven Tags an unserem Lebensort kreieren  – wie sieht so ein Tag für uns aus? Morgens von der Wohnung zur Arbeit, anschließend zum Sport oder zum Einkaufen und abends treffen wir Freunde oder Bekannte. Selbstverständlich ist das nur ein generalisierter Vorschlag des Alltags. Jedoch stellen wir schnell fest, dass unser Leben in hohem Maße durch Mobilität geprägt ist. Das ist auch gut so, denn sie kreiert unsere diversen Städte. 

Von essentieller Bedeutung ist es demzufolge, Mobilitätssysteme zu entwickeln, welche statt Autos, den Menschen als Nutzenden in den Fokus nehmen. Leider ist der Status quo meistens eher das Gegenteil. Städte klagen weltweit über verstopfte Straßen, verschmutzte Luft, teure Wohnlagen und lange Arbeitswege. Derartige Umstände verschärfen sich weiter noch durch das starke Wachstum der urbanen Zentren. 

 

Nachhaltige Stadtplanung: Wagen wir es

Städte müssen zukünftig auf die Folgen des Klimawandels eingehen und sich weiterentwickeln.  Intelligente Städte bieten hier lebenswerte Alternativen. Anstatt einer Abhängigkeit von fossilen Energieträgern können sie sich den Herausforderungen einer diversen und mobilen Stadtgesellschaft stellen. Die „elastische“ Stadt zeichnet sich durch ihre Flexibilität in Bezug auf demografische, digitale und ökologische Veränderungen aus. 

Hierzu benötigt es neben dem Umdenken der Mobilitätssysteme, Anpassungen der Wohnkonzepte, der Handelsstrukturen, der urbanen Logistik, der Energieversorgung sowie des Städtebaus. Häufig unterschätzt ist dabei eine essentielle Voraussetzung in der Umsetzung: die vielfältige, leistbare und resiliente Nutzungsmischung in Quartieren und Immobilien - horizontal wie vertikal.

„Erarbeiten wir tragbare Immobilienprodukte. Wagen wir es – mehr Mischung!“ 

Durch einen höheren Anteil nutzungsgemischter Strukturen schaffen Expert:innen eine höhere Resilienz für Städte. Dabei bündeln Immobilien verschiedene Funktionen als zentralen Anlaufpunkt einer Stadt – vertikal durchmischte Quartiershubs. Das reduziert einerseits Verkehrsströme und lokale Emissionen und fördert andererseits ortsbezogene Begegnungsräume in sozialer und infrastruktureller Funktion. 

Erfordernis: Verändertes Immobilienverständnis

Bei Betrachtung gegenwärtiger Immobilien-Anlageklassen zeichnet sich ein eindeutiges Bild ab. Nutzungsscharfe und klar formulierte Immobilienprodukte mit geringem Spielraum für Nutzungsdifferenzierung sowohl in der Errichtungsphase als auch im Lebenszyklus dominieren die Assetklassen. 

Werden diese klaren Assetklassen einer sich so elementar wandelnden Gesellschaft mit stetig wachsenden Herausforderungen gerecht? 

Obgleich der bestehenden Vorteile, wie einer ableitbaren Marktnachfrage, erprobter Geschäftsmodelle, kalkulierbarer Renditeerwartungen sowie baulicher und architektonischer Grundlagen, existieren Grenzen der Nutzungsflexibilität bestehender Immobilien-Assetklassen. 

Letztere sind im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu überwinden. Um die bestehenden Assetklassen um den Baustein der „nutzungsgemischt-urbanen Immobilie“ zu ergänzen, benötigt es Reallabore und Referenzen, um Betreibermodelle und Nutzungsstrukturen einer solchen Immobilie zu erproben. Somit zeigt sich schnell die Attraktivität und das Potenzial gegenüber Investierenden. 

Das vermutlich bekannteste Hybridgebäude ist die Elbphilharmonie in Hamburg. Neben Konzertsälen und Proberäumen finden sich in dem Gebäude 45 Eigentumswohnungen, ein Hotel mit 244 Zimmern sowie ein Parkhaus, Restaurants, eine Bar und mit der „Plaza“ sogar eine öffentliche Aussichtsplattform auf 37 Metern Höhe. 

Problematisch ist jedoch, dass es derzeit für die Implementierung von Nutzungsmischung keine allgemein gültigen Erfolgsrezepte gibt. Schließlich stellt die Elbphilharmonie kein allgemeingültig übertragbares Gebäude dar. 

Es gibt drei Grundvoraussetzungen, die nutzungsgemischte Immobilien betreffen: 

  1. Eignung des Standortes: Spezifische Voraussetzungen zur Nutzungsmischung aufgrund der  Standortlage und Umfeldqualität. 
  2. Schlüssiges baulich-architektonisches Konzept mitsamt Standortimage: Unter Berücksichtigung der Anbieter struktur und -interessen sowie Eigentümerstrukturen und -interessen. 
  3. Begleitendes Prozessmanagement: Betreuung des gesamten Planungs- und Realisierungszeitraums sowie der Nutzungsperiode.

Wie sich zum Beispiel ein Quartiershub als nutzungsgemischte Immobilie konstruieren kann, ist diskutabel und umfeldspezifisch abzuleiten. Als bedeutsam sind hier die Nutzungsbausteine und baukonstruktive Gestalt anhand den Dimensionen der Suffizienz, bestehend aus (1.) „besser nutzen“,  (2.) „anders produzieren“ und (3.) „weniger verbrauchen“ abzuleiten.

3 Thesen: Potenziale für resiliente und elastische Städt

  1. besser nutzen: Städte benötigen Wandel. Durch nutzungsgemischte und modulare Immobilien steigert sich diese Wandlungsfähigkeit. Flächen sind somit über den Gesamtlebenszyklus resilienter nutzbar und können sich gesellschaftlichen Bedürfnissen besser anpassen.
  2. sozial miteinander: Städte sind und bleiben Interaktionsorte. Durch nutzungsgemischte Immobilien entstehen Schnittstellen. Außerdem stärkt sich das soziale Miteinander innerhalb des Quartiers durch Nahversorgungs- und Gemeinbedarfsinfrastrukturen des Quartiershubs.
  3. weniger verbrauchen: Städte können sparen. Durch Kombination mehrerer Nutzungsbausteine innerhalb einer Immobilie entsteht die Stadt der kurzen Wege. Durch Bündelung sind Wegeketten reduziert und verkehrsbedingte Emissionen gesenkt. 

Quellenverweise:

Berding, Nina; Bukow, Wolf-D.; Cudak, Karin (2018): Die kompakte Stadt der Zukunft: Auf dem Weg zu einer inklusiven und nachhaltigen Stadtgesellschaft. Springer VS, Wiesbaden.

Trösser, Susanne (2018): Urbanität auch in Neubaugebieten schaffen: Von der horizontalen zur vertikalen Nutzungsmischung. Reihe: vhw FWS 3, Mai - Juni 2018. Selbstverlag des vhw - Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e. V., Berlin. S. 157-159.

Neumann, Tim; Ziesler, Uwe; Teich, Tobias (2020): Kooperation und Innovation für eine nachhaltige Stadtentwicklung: Forschung mit innovativen Kommunen. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, Wiesbaden.

Forlati, Silvia; Peer, Christian Peer (2017): Mischung: Possible! Wege zur zukunftsfähigen Nutzungsmischung. Selbstverlag der TU Wien, Wien.

Fraunhofer IAO (2022): Fraunhofer IAO Jahresbericht 2021/22 – Zukunft nachhaltig gestalten. Selbstverlag des Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Stuttgart.

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Wenn wir uns ein konkretes Bild eines fiktiven Tags an unserem Lebensort kreieren  – wie sieht so ein Tag für uns aus? Morgens von der Wohnung zur Arbeit, anschließend zum Sport oder zum Einkaufen und abends treffen wir Freunde oder Bekannte. Selbstverständlich ist das nur ein generalisierter Vorschlag des Alltags. Jedoch stellen wir schnell fest, dass unser Leben in hohem Maße durch Mobilität geprägt ist. Das ist auch gut so, denn sie kreiert unsere diversen Städte. 

Von essentieller Bedeutung ist es demzufolge, Mobilitätssysteme zu entwickeln, welche statt Autos, den Menschen als Nutzenden in den Fokus nehmen. Leider ist der Status quo meistens eher das Gegenteil. Städte klagen weltweit über verstopfte Straßen, verschmutzte Luft, teure Wohnlagen und lange Arbeitswege. Derartige Umstände verschärfen sich weiter noch durch das starke Wachstum der urbanen Zentren. 

 

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Städte müssen zukünftig auf die Folgen des Klimawandels eingehen und sich weiterentwickeln.  Intelligente Städte bieten hier lebenswerte Alternativen. Anstatt einer Abhängigkeit von fossilen Energieträgern können sie sich den Herausforderungen einer diversen und mobilen Stadtgesellschaft stellen. Die „elastische“ Stadt zeichnet sich durch ihre Flexibilität in Bezug auf demografische, digitale und ökologische Veränderungen aus. 

Hierzu benötigt es neben dem Umdenken der Mobilitätssysteme, Anpassungen der Wohnkonzepte, der Handelsstrukturen, der urbanen Logistik, der Energieversorgung sowie des Städtebaus. Häufig unterschätzt ist dabei eine essentielle Voraussetzung in der Umsetzung: die vielfältige, leistbare und resiliente Nutzungsmischung in Quartieren und Immobilien - horizontal wie vertikal.

„Erarbeiten wir tragbare Immobilienprodukte. Wagen wir es – mehr Mischung!“ 

Durch einen höheren Anteil nutzungsgemischter Strukturen schaffen Expert:innen eine höhere Resilienz für Städte. Dabei bündeln Immobilien verschiedene Funktionen als zentralen Anlaufpunkt einer Stadt – vertikal durchmischte Quartiershubs. Das reduziert einerseits Verkehrsströme und lokale Emissionen und fördert andererseits ortsbezogene Begegnungsräume in sozialer und infrastruktureller Funktion. 

Erfordernis: Verändertes Immobilienverständnis

Bei Betrachtung gegenwärtiger Immobilien-Anlageklassen zeichnet sich ein eindeutiges Bild ab. Nutzungsscharfe und klar formulierte Immobilienprodukte mit geringem Spielraum für Nutzungsdifferenzierung sowohl in der Errichtungsphase als auch im Lebenszyklus dominieren die Assetklassen. 

Werden diese klaren Assetklassen einer sich so elementar wandelnden Gesellschaft mit stetig wachsenden Herausforderungen gerecht? 

Obgleich der bestehenden Vorteile, wie einer ableitbaren Marktnachfrage, erprobter Geschäftsmodelle, kalkulierbarer Renditeerwartungen sowie baulicher und architektonischer Grundlagen, existieren Grenzen der Nutzungsflexibilität bestehender Immobilien-Assetklassen. 

Letztere sind im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung zu überwinden. Um die bestehenden Assetklassen um den Baustein der „nutzungsgemischt-urbanen Immobilie“ zu ergänzen, benötigt es Reallabore und Referenzen, um Betreibermodelle und Nutzungsstrukturen einer solchen Immobilie zu erproben. Somit zeigt sich schnell die Attraktivität und das Potenzial gegenüber Investierenden. 

Das vermutlich bekannteste Hybridgebäude ist die Elbphilharmonie in Hamburg. Neben Konzertsälen und Proberäumen finden sich in dem Gebäude 45 Eigentumswohnungen, ein Hotel mit 244 Zimmern sowie ein Parkhaus, Restaurants, eine Bar und mit der „Plaza“ sogar eine öffentliche Aussichtsplattform auf 37 Metern Höhe. 

Problematisch ist jedoch, dass es derzeit für die Implementierung von Nutzungsmischung keine allgemein gültigen Erfolgsrezepte gibt. Schließlich stellt die Elbphilharmonie kein allgemeingültig übertragbares Gebäude dar. 

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  1. Eignung des Standortes: Spezifische Voraussetzungen zur Nutzungsmischung aufgrund der  Standortlage und Umfeldqualität. 
  2. Schlüssiges baulich-architektonisches Konzept mitsamt Standortimage: Unter Berücksichtigung der Anbieter struktur und -interessen sowie Eigentümerstrukturen und -interessen. 
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Wie sich zum Beispiel ein Quartiershub als nutzungsgemischte Immobilie konstruieren kann, ist diskutabel und umfeldspezifisch abzuleiten. Als bedeutsam sind hier die Nutzungsbausteine und baukonstruktive Gestalt anhand den Dimensionen der Suffizienz, bestehend aus (1.) „besser nutzen“,  (2.) „anders produzieren“ und (3.) „weniger verbrauchen“ abzuleiten.

3 Thesen: Potenziale für resiliente und elastische Städt

  1. besser nutzen: Städte benötigen Wandel. Durch nutzungsgemischte und modulare Immobilien steigert sich diese Wandlungsfähigkeit. Flächen sind somit über den Gesamtlebenszyklus resilienter nutzbar und können sich gesellschaftlichen Bedürfnissen besser anpassen.
  2. sozial miteinander: Städte sind und bleiben Interaktionsorte. Durch nutzungsgemischte Immobilien entstehen Schnittstellen. Außerdem stärkt sich das soziale Miteinander innerhalb des Quartiers durch Nahversorgungs- und Gemeinbedarfsinfrastrukturen des Quartiershubs.
  3. weniger verbrauchen: Städte können sparen. Durch Kombination mehrerer Nutzungsbausteine innerhalb einer Immobilie entsteht die Stadt der kurzen Wege. Durch Bündelung sind Wegeketten reduziert und verkehrsbedingte Emissionen gesenkt. 

Quellenverweise:

Berding, Nina; Bukow, Wolf-D.; Cudak, Karin (2018): Die kompakte Stadt der Zukunft: Auf dem Weg zu einer inklusiven und nachhaltigen Stadtgesellschaft. Springer VS, Wiesbaden.

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Neumann, Tim; Ziesler, Uwe; Teich, Tobias (2020): Kooperation und Innovation für eine nachhaltige Stadtentwicklung: Forschung mit innovativen Kommunen. Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, Wiesbaden.

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