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Urban and Infrastructure Solutions

Urban and Infrastructure Solutions

Zukunftsfähige Orte und Infrastruktur – lebenswert, nachhaltig, bezahlbar.

"Wie entwickeln wir unsere Liegenschaft, unser Quartier, unsere Stadt und deren Infrastruktur nachhaltig und wie finanzieren wir das?​“​

Die kurze Antwort: Mit einem ganzheitlichen Ansatz, der Ökonomie, Ökologie und soziale Aspekte verbindet. Wir entwickeln Strategien und Lösungen, die zukunftsfähig sind und die Finanzierungsmöglichkeiten optimal ausschöpfen.

Städte, Unternehmen und Infrastrukturen stehen weltweit vor tiefgreifenden Veränderungen. Klimawandel, Ressourcenknappheit, Digitalisierung und gesellschaftlicher Wandel fordern neue Denkweisen und ganzheitliche Lösungen. 

Urban and Infrastructure Solutions verstehen wir als umfassenden Beratungsansatz für jegliche Art und Dimension von gebauter Umwelt. Von der Transformation eines Industrie-Areals über die Beratung einer kommunalen Wärmeplanung bis zur Entwicklung ganzer Städte und Regionen.  

Wir bieten: Integrierte Lösungen durch Expertenwissen in umweltfreundlicher Technik, nachhaltiger Wirtschaft und erfolgreicher Transformation. 

From Vision to Value – Your Leading Experts in Urban and Infrastructure Solutions.

Unsere Schwerpunkte

Stadt- und Standortentwicklung der Zukunft

Stadt- und Standortentwicklung der Zukunft

Wir entwickeln lebenswerte, wirtschaftlich starke und nachhaltige urbane Räume – von der Masterplanung bis zur Schlüsselübergabe.

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Energie, Industrie und Mobilität im Wandel

Energie, Industrie und Mobilität im Wandel

Wir gestalten die Transformation technischer Infrastrukturen und Unternehmen – mit Fokus auf Dekarbonisierung und vernetzte Mobilität.

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Wasser, Klima und resiliente Infrastrukturen

Wasser, Klima und resiliente Infrastrukturen

Wir schaffen Lösungen für klimaangepasste Kommunen – mit Schwammstadt-Konzepten, Biodiversität und resilienter Infrastruktur.

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Ihre Vorteile

Frühzeitige Weichenstellung für eine zielgerichtete Investitionsentscheidung

  • Hohe technische Kompetenz ​in allen Planungs- und ​Beratungsdisziplinen inhouse
  • Großer Erfahrungsschatz und Umsetzungskompetenz
  • Holistische​ Konzepte ​mit der baulichen ​Umsetzung ​immer im Blick
  • Kollaborative Entwicklung von ganzheitlichen Konzepten in allen Maßstäben
  • Flexible ​skalierbare​ Teams und Leistungen ​sowie die Integration ​von Partnern

Ganzheitliche Beratung für urbane Transformation und Infrastrukturentwicklung

Unsere Expert:innen verstehen die Systeme Stadt, Quartier, Campus, Infrastruktur und Gebäude sowie deren Wechselwirkungen. Und sie wissen, dass sich Industrien, öffentliche Hand und Immobilienwirtschaft im demografischen Wandel, unter Einfluss des Klimawandels, in einer tiefgreifenden Verkehrs- und Energiewende, aber auch auf dem Weg zu einer New Economy oder zur Smart Cities befinden. 

Für uns ist daher immer schon klar: Komplexe, miteinander interagierende Systeme benötigen interdisziplinäre Denk- und Handlungsweisen. 

Unser Ansatz: Mehrdimensional

Vielfältige Einflussfaktoren prägen unseren Lebensraum

  • Energie

     

    Wie erzeugen, transportiere und speichern wir Energie? Wie können wir mithilfe effizienter Technologien Energie sparen? Wie sorgen wir für Wirtschaftlichkeit und Sicherheit? Welche Standorte nutzen wir zur Energieerzeugung?

     

  • Wasser

     

    Starkregen-Ereignisse und Trockenperioden stellen uns vor neuen Herausforderungen. Wie integrieren wir eine nachhaltige Infrastruktur und Schwammstadt-Prinzipien in unseren Städten? Wie reduzieren wir den Trinkwasserverbrauch, nutzen Regenwasser und schützen uns vor Extremwetterlagen?

     

  • Klima

     

    Wie machen wir die Erderwärmung beherrschbar? Wie tragen zukünftige Gebäude mit einem minimierten CO2-Fußabdruck und – mittel- und langfristig – mit einem “Beneficial Footprint“ zur Lösung bei? Wie nutzen wir das klimanangepasste Bauen?

     

  • Icon: Abfall, Resourcen

    Abfall und Ressourcen

     

    Wie gehen wir richtig mit Rohstoffen um? Wie reduzieren wir den Flächenverbrauch? Wie steigern wir den Einsatz ökologischer Materialien im Innenausbau? Wie organisieren wir Materialflüsse in Kreisläufen – etwa mit dem Cradle to Cradle®?

     

  • Mobilität

     

    Wie lassen sich unterschiedliche Verkehrsträger sinnvoll zu Mobilitätsnetzen verknüpfen? Wie schaffen wir es, die notwendige bauliche Infrastruktur für neue Antriebe, wie die Elektromobilität oder Wasserstoff, aufzubauen?

     

  • Stadtstruktur und Immobilie

     

    Nach welchen Nachhaltigkeitskriterien planen wir unsere Städte und Gebäude? Wie gelingt uns die Transformation des Bestandes? Sind unsere Fassaden zukünftig alle grün, unsere Dächer alle Energieproduzenten? Wohnen wir in Zukunft alle in Hochhäusern?

     

  • Biodiversität

     

    Wie bringen wir Mensch und Natur in Einklang – und Biodiversität in Gebäude und Städte? Brauchen wir die essbare Stadt? Was bedeutet für uns das Bienensterben? Bekommt das Wort Großstadtdschungel eine neue Bedeutung?

     

  • Digitalisierung

     

    In das „Internet der Dinge“ wandern ganze Viertel und Gebäude, einzelne Räume, Bauteile oder Gegenstände. Es entstehen viele neue Geschäftsmodelle. Wie vernetzen wir großräumige Strukturen und Alltagsgegenstände?

     

  • Finanzen

     

    Welche Fördermittel kommen infrage und welche Anforderungen an Greenbonds gibt es? Wie nutzen wir diese Informationen, um Stadtentwicklung wirtschaftlich und realisierbar zu gestalten?

     

  • Gesellschaft

     

    Zahlreiche Trends wirken sich auf das Leben im städtischen Umfeld aus. Werden wir künftig noch Shopping Malls besuchen oder lassen wir uns von Drohnen beliefern? Arbeiten wir morgen noch in Büros oder nur noch von zu Hause aus?

     

Wir betrachten alle Dimensionen für die Umsetzung lebenswerter Orte

> Datenanbindung 
> Smarte Vernetzung
> Quartiers-App
> Safe City

> Wirtschaftlichkeit
> Green Bond
> Fördermittel
> CO₂-Steuer
> Neue Geschäftsmodelle

> Schwammstadt Prinzip
> Umweltrisikoanalyse
> Blau-Grüne Infrastruktur
> Trinkwasserreduktion

> Umwandlung
> Transport 
> Speicherung 
> Einsparung 
> Hightech-/Lowtech-Anforderungen

> Effizienz 
> Suffizienz
> Cradle to Cradle® 

> Klimawandel 
> Minimierter CO2-Fußabdruck
> Klimaangepasstes Bauen
> Mikroklima Simulation

> Neue Mobilitätsträger 
> Mobilitätskonzepte
> City-Logistik
> Smart Charging Konzepte

> Demografischer Wandel/Strukturwandel 
> Soziale Strukturen/Bildung 
> Lebensqualität/Gesundheit
> Arbeitswelt und Einkaufsverhalten
> Bürgerbeteiligung

> Urban Farming
> Animal Aided Design
> Freiraumkonzept

> Erschließung / Technischer Masterplan 
> Planung und Bau
> (Um-)Nutzung/Lebensdauer
> Gebäude- und Quartierszertifizierung
> Dichte
> Höhenentwicklung
> Gebäudetypen
> Gebäudeorientierung
> Zertifizierung / ESG
> Quartierszertifizierung im Bestand
> Pre-Check von Bestandsgebäuden auf Quartiersebene

WASSER – ELEMENTARE RESSOURCE FÜR EINE LEBENSWERTE ZUKUNFT

Wie wir mit der Ressource Wasser umgehen, ist entscheidend für die Resilienz unserer Städte und Gemeinden. Ob Industriewasser, nachhaltige Wasserwirtschaft oder Schwammstadt-Konzept: Unsere interdisziplinären Teams entwickeln gemeinsam mit Ihnen ganzheitliche Lösungen – technisch fundiert, zukunftsorientiert und immer wirtschaftlich.

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Due Diligence für Industrie-Areale

Industrie unter Druck: Energie- und Klimakrise, Materialknappheit oder  Veränderungen im Produktionsumfeld führen zu Herausforderungen im Umgang mit Immobilien. Wir liefern Ihnen die Antworten zu Ihren Fragen rund um Industrie-Areale. Damit Sie schnell die richtige Entscheidung treffen.

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Smart Charging – Ausbau der Landeinfrastruktur

Die Zukunft der E-Mobilität liegt im Smart Charging sowie dem nachhaltigen Ausbau der Ladeinfrastruktur. Drees & Sommer betrachtet hierbei Smart Charging, Ladeinfrastruktur-Ausbau (Ladesäulen, Wallboxen), Smart Grids und die Digitalisierung als eine Einheit. Ziel unserer Expert:innen ist es, einen ganzheitlichen Ansatz für eine nachhaltige Mobilität zu schaffen.

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Auto, Smart Charging

Urbane Transformation europaweit voranbringen

Klimawandel, Biodiversitätskrise aber auch fragile Lieferketten, der Fachkräftemangel oder die demografische Entwicklung: Sie alle stellen Wirtschaft und Gesellschaft vor große Herausforderungen. Gemeinsam beraten wir Sie fachlich umfassend und knüpfen für Sie ein engmaschiges Netzwerk. Dadurch bereiten wir das Ökosystem vor, dass Sie benötigen, um Ihr Vorhaben zum Erfolg zu führen.

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Brownfield Entwicklung

Brownfields sind mehr als Brachflächen: Die Reaktivierung von Industrie- und Konversionsflächen – etwa ehemaligen Militärstandorten, Bahnarealen oder Hafenflächen – ist nicht nur eine städtebauliche Chance, sondern auch ein wirtschaftlicher Hebel in Zeiten knapper Flächen und hoher ESG-Anforderungen.

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Presse

Marode Brücken in Deutschland: Mehr als nur Übergangslösungen bauen

Die Gelder für zwingend anstehende Brückensanierungen sind knapp. Mit effizienten Strategien lassen sich die Substanz, Sicherheit und Funktionalität vieler in die Jahre gekommener Brückenbauwerke in Deutschland erhalten. ©gettyimages Credit: ollo

Stuttgart / Nürnberg, 25. Februar 2025. Die deutsche Brückenlandschaft ist in die Jahre gekommen und braucht dringend eine groß angelegte Verjüngungskur. Die Herausforderung ist enorm, die Gelder für zwingend anstehende Sanierungen knapp. Das Land Baden-Württemberg und Städte wie Stuttgart oder Nürnberg setzen darauf, den anstehenden Sanierungsmarathon strukturiert, kosteneffizient und nachhaltig anzugehen. Bei den langfristig angelegten Sanierungs-Fahrplänen unterstützt sie das auf Bau, Immobilien und Infrastruktur spezialisierte Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE.

Beton bröckelt, Stahl rostet, Tragfähigkeit schwindet – davon sind in Deutschland beunruhigend viele Brücken bedroht. Mehr als 8.000 von ihnen gelten derzeit im gesamten Autobahnnetz als sanierungsbedürftig, an Bundesstraßen sind es rund 3.000 an der Zahl. So lautet das Ergebnis einer Untersuchung des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die auf Daten des Bundesverkehrsministeriums basiert[i]. Jede zweite Straßenbrücke in kommunaler Verantwortung stuft eine Studie des Deutschen Instituts für Urbanistik aus dem Jahr 2023 zudem als marode ein.[ii] Zusätzlich müssen mehr als 1.100 Bahnbrücken instandgesetzt oder ersetzt werden.[iii]

„Die Zahlen sind das eine, die symbolische Wirkung eines eingestürzten Bauwerks wie der Carola-Brücke in Dresden oder die jahrelange Unterbrechung einer wichtigen Verkehrsader das andere“, sagt der promovierte Bauingenieur Christian Ganz von Drees & Sommer. Als Senior Experte ist er dort als Spezialist für Brückenbauten tätig. Begleitet hat er beispielsweise den Neubau der Filstalbrücke, Deutschlands dritthöchste Bahnbrücke, oder den Neubau der Osthafenbrücke in Frankfurt am Main. „Insbesondere überalterte und schadhafte Brücken stellen nicht nur ein Sicherheitsrisiko dar – sie verursachen auch finanzielle und personelle Belastungen“, sagt Ganz.

Was der Brückenspezialist meint, das lässt sich auf der Autobahn A45 zwischen Frankfurt und Dortmund genau beschreiben. Die Rahmede-Talbrücke wurde im Jahr 2021 komplett gesperrt und 2023 schließlich gesprengt. Seitdem fließt der Verkehr mitten durch Lüdenscheid. Anwohner müssen Dauerstau, erhöhte Feinstaubwerte und Lärmbelästigung ertragen. Logistikunternehmen, Handwerker und Dienstleister fahren Umwege, was Zeit und Energiekosten verursacht. In einer Studie für den Verkehrsverband Westfalen hatte die IW Consult GmbH, Tochtergesellschaft des Instituts der deutschen Wirtschaft, bereits im Jahr 2022 Negativeffekte in Höhe von mindestens 1,8 Milliarden Euro[iv] ermittelt, die in den fünf Jahren nach Beginn der Brückensperrung entstehen. Täglich fuhren vor der Sperrung rund 48.000 Pkw und knapp 16.000 Lkw über die Brücke. Seit der Sperrung der Rahmede-Talbrücke suchen sich die Fahrer neue Wege jenseits der A45. 

Viele Brücken in der zweiten Hälfte ihres Lebenszyklus

Damit sich solche negativen Auswirkungen möglichst minimieren lassen, berät und begleitet Christian Ganz einige Städte und Kommunen, darunter beispielsweise die Städte Stuttgart oder Nürnberg, wenn es um das strategische Erhaltungsmanagement von Brückenbauwerken mit Fokus auf deren Lebenszyklus geht. Die meisten der 28.000 Autobahnbrücken in Deutschland entstanden zwischen 1960 und 1980 und haben ihre besten Tage hinter sich: „Mit Blick auf den Lebenszyklus einer Brücke unterscheidet man eine erste und zweite Nutzungsphase. Gerade die Brücken aus den 60er und 70er Jahre befinden sich in letzterer.“ Vor allem die in dieser Zeit gebauten Spannbetonbrücken melden Sanierungsbedarf an. Verwunderlich ist das nicht: Der Schwerlastverkehr hat sich vervielfacht. Viele der Verkehrsbrücken sind für heutige Belastungen nicht ausgelegt, die Statik gerät aus den Fugen. Zunehmende Wetterextreme beschleunigen die Alterungsprozesse. 

„Die wartungs- und schadensarmen Zustände in der ersten Lebenszyklus-Hälfte von Brückenbauwerken liegen hinter uns. Nun wird die Notwendigkeit von mehr Ressourcen für den Erhalt der Bauwerke immer deutlicher“, sagt Christian Ganz. Neben der Masse der infrage stehenden Brücken handelt es sich ihm zufolge um eine ganze Reihe spezifischer Herausforderungen, vor denen der konstruktive Ingenieurbau, kurz KIB; steht: Beispielsweise fehlen Daten zum Zustand der einzelnen Bauwerke. Damit einher geht eine noch immer mangelhafte digitale Erfassung zentraler Kennwerte. Auch der allgegenwärtige Personalmangel in der öffentlichen Verwaltung macht sich bemerkbar und nicht zuletzt geht es um die Sanierung selbst, die idealerweise unter laufendem Betrieb stattfinden muss. 

Fahrplan statt Flickwerk

„Statt Flickwerk ist ein strukturierter Fahrplan für den Erhalt der Brücken in Deutschland erforderlich“, so Ganz. Den Verantwortlichen aus Politik und Verwaltung empfiehlt er daher zunächst eine grundlegende Erfassung des Status quo, eine Strategie zum Erhalt der Brückensubstanz sowie eine individuelle Analyse der einzelnen Bauwerke inklusive einer Empfehlung für deren Erhalt. Ausgangspunkt bildet eine solide Grundlagenermittlung: So geschehen beispielsweise im Auftrag der Stuttgarter Stadtverwaltung: Auf 50 Seiten hat Dr. Ganz mit seinem Team den Bestand von 125 Straßenbrücken im Stadtgebiet analysiert und die Erhaltungskosten prognostiziert. Dies kann das Tiefbauamt der Stadt bei seinen zukünftigen Instandhaltungsplanungen nun entsprechend einfließen lassen. 

Die empfohlene Strategie folgt dem Ansatz, Bauwerke ähnlicher Art oder Größe, einem ähnlichem Schadbild oder Belastungsprofil zu clustern und dann möglichst gebündelt zu sanieren. „Dadurch lassen sich in der Regel erhebliche Synergien erzielen“, begründet Ganz. „Bei unserer Arbeit greifen wir beispielsweise auf Normen und Forschungsansätze der Bundesanstalt für Straßenwesen zurück, die wir in die Praxis überführen. Statt Formelsammlungen oder Berechnungen bis zur dritten theoretischen Nachkommastelle stützen wir uns also vor allem auf praktische Erfahrungen im KIB.“

Erhaltungsstrategien mit Weitblick sind unerlässlich

Risse und Korrosion sind die häufigsten Schwachstellen. Grundsätzlich wird in Deutschland jede Brücke im Abstand von sechs Jahren einer Hauptprüfung nach DIN 1076 unterzogen. Ähnlich wie in der Schule vergibt der Prüfingenieur Bewertungen für die Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit, die dann – EDV-gestützt automatisch ausgewertet – zu einer Zustandsnote von 1 (sehr gut) bis 4 (ungenügend) führen.

Im Mittelpunkt aller Begutachtungen steht der Fachbegriff der Lebenszyklusanalyse. Bedeutet: „Jede Brücke ist Veränderungsprozessen unterworfen, die sich auf die Bausubstanz, Tragfähigkeit und Sicherheit auswirken“, so Ganz. Dies wiederum sei ein herausragender Aspekt für die Priorisierung von Erhaltungsarbeiten – aber nicht der einzige: Auch die Verkehrsdichte spielt eine Rolle. Ist die Brücke Teil einer Hauptverkehrsader? Wie lassen sich ökologische Folgen reduzieren, was trägt zur Akzeptanz bei – etwa von Anwohnenden oder Steuerzahlern und Steuerzahlerinnen? Das Erhaltungsmanagement für Brücken organisieren die Experten von Drees & Sommer dann mit Blick auf die Leitlinien Nachhaltigkeit, Professionalität im Vertragsmanagement und die Entwicklung einer individuellen Erhaltungsstrategie.

Nürnbergs Brücken: Strategische Instandhaltungspläne für eine tragfähige Zukunft 

Auch im fränkischen Nürnberg müssen viele der Straßen oder Schienen überquerenden Bauwerke instandgehalten oder saniert werden. Darauf ist die fränkische Metropole jedoch sehr gut vorbereitet. Denn die Stadt Nürnberg kennt ihre Anlagen sehr gut, auch weil sie bereits seit dem Jahr 2011 u.a. im Brückenbericht deren Substanz und Zustand regelmäßig in Ausschüssen darlegt. Für ihren strategischen Sanierungsplan hat die Stadt für rund 300 Brücken zunächst alle Datengrundlagen aufbereitet. Rund 200 Brücken – im Schnitt 50 Jahre alt und errichtet in Stahlbeton- oder Spannbetonbauweise – befinden sich in der zweiten Hälfte ihres auf 70 Jahre angesetzten Lebenszyklus.

Statt die Investitionsmittel einfach nur pauschal zu erhöhen, setzt Nürnberg stattdessen auf eine sehr genaue strategische Planung. Deswegen hat sie beispielsweise Drees & Sommer damit beauftragt, ein Prognosetool auf Basis der Daten der vergangenen 13 Jahre zu entwickeln, das die Finanzplanung und weitere Priorisierungen von Maßnahmen darlegt. „Aufgrund der vorhandenen Altersstruktur und der damit verbundenen Zustandsentwicklung waren stabile und längerfristige Aussagen bislang schwierig, genau das soll das Prognosetool ändern und die Erhaltungsstrategien für Verkehrsbauwerke bzw. das Anlagevermögen wirtschaftlich dahingehend optimieren, dass die notwendigen Investitionen auch zu den vorhandenen Ressourcen passen“, erklärt Christoph Miller, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Anlagenverantwortlicher im Sachgebiet Brückenbau und Wasserwirtschaft, der im Servicebetrieb öffentlicher Raum der Stadt Nürnberg tätig ist. Es handelt sich um einen Eigenbetrieb der Stadt Nürnberg, der unter anderem zuständig ist für die städtische Infrastruktur. 

Gesetzgeber reduziert Genehmigungshürden

Geht es um Deutschlands Brückenlandschaft, ist neben Wirtschaftsknowhow natürlich genauso Ingenieurskunst gefragt in den kommenden Jahren. Das zeigt allein die Vielzahl der in Deutschland existierenden Bau- und Konstruktionsformen: Von der Balkenbrücke über die Bogenbrücke, Hängebrücke, Schrägseilbrücke bis zur Fachwerkbrücke ist alles dabei. Eine andere Klassifizierung bezieht sich auf die Lage: Überführt das Bauwerk ein Tal oder einen Hang, einen Fluss oder See – oder einen anderen Verkehrsweg – Schiene, Kanal, Straße? Schließlich bestehen Brücken aus diversen Bauteilen: Über- und Unterbau, Lager, Fundament, Gründung. Mit Einrichtungen etwa für Abdichtung, Entwässerung und Lärmschutz sowie Fahrbahnübergangskonstruktionen sind sie zudem unterschiedlich ausgestattet. Unterschiede in Größe, Konstruktionsart, den verbauten Baustoffen und der umgebenden Topografie erklären die mitunter sehr langen Zeiträume für die Sanierung oder den Abriss und Neubau nur zum Teil. 

Ein wesentlicher Punkt liegt auch in einer lähmenden Bürokratie begründet. „Mit den bisherigen Planungs- und Genehmigungsprozessen dauert die Sanierung beziehungsweise der Ausbau einer Brücke fünf bis 18 Jahre“, ist auf den Internetseiten der Bundesregierung zu lesen. Deshalb hat der Gesetzgeber 2023 beschlossen, die Genehmigungspflicht für Brücken, die im Zuge einer Sanierung erweitert werden, komplett zu streichen. Vor einem Genehmigungsprozess steht aber die Einschätzung und Priorisierung durch den Bauträger. Hier steht die jeweils zuständige Verwaltungsebene in der Pflicht. 

Baden-Württembergs strategisches Brückenerhaltungsprogramm

Deshalb hat das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg für einen Brückenbestand von rund 7.300 Bundes- und Landesstraßenbrücken bereits im Februar 2021 ein Gutachten bei Drees & Sommer in Auftrag gegeben. Das Gutachten umfasst auch die Brücken, für die das besondere Risiko der Spannungsrisskorrosion vorliegt. Im Bundes- und Landesstraßennetz Baden-Württemberg sind dies 73 Brücken. Diese Form der Korrosion kann zu einem plötzlichen Versagen der Spannstähle führen, ohne vorher sichtbare Schäden zu zeigen. Fachleute führen den Einsturz der Carola-Brücke am 11. September 2024 in Dresden auf genau diese Ursache zurück. Bis 2030 sollen die 73 Brücken mit dem anfälligen Spannstahl ersetzt werden. Diese Brücken sind Bestandteil eines strategischen Brückenerhaltungsprogramms, das derzeit durch das Land erstellt wird und das klare Prioritäten setzt. 

Das Land hat für die Jahre 2025 und 2026 pro Jahr insgesamt 184 Millionen Euro für Erhaltungsmaßnahmen im Landesstraßennetz - einschließlich der Brücken - eingeplant. Darunter sind für den Doppelhaushalt nach Verabschiedung im Landtag zusätzliche 19 Millionen Euro pro Jahr speziell für die Landesstraßenbrücken enthalten. Dies ist eine wichtige Grundlage, um die Gefahr der Spannungsrisskorrosion aus der Welt zu schaffen. Selbstredend geht all dies nicht im Handumdrehen. Die vier betroffenen Regierungspräsidien haben deshalb vereinbart, Prüfintervalle zu verkürzen und dort, wo es erforderlich ist, die Nutzung einzuschränken – etwa über Tempolimits oder Lastbeschränkungen. 

Vom Verfall zur virtuellen Rettung

Die Brückenlandschaft Schritt für Schritt wieder herzustellen, das ist das Ziel. „Wir haben den Schlüssel dazu in der Hand“, resümiert Christian Ganz. Wer als Kommune auf ein solides, strategisches Erhaltungsmanagement setzt, kann Instandhaltungsmaßnahmen effizient und effektiv managen und finanzielle Risiken reduzieren. Dazu gehört eine softwaregestützte Berechnung des Zustands der gesamten Bauwerkssubstanz und eine verlässliche Prognose der Bedarfe für die Investitionen. Während der Umsetzung müssen die Verantwortlichen alle Maßnahmen dokumentieren und ein ordentliches Berichtswesen führen. „Digitale Methoden wie das sogenannte Building Information Modeling, kurz BIM, erleichtern außerdem das Management eines solchen Großprojekts erheblich. Hier werden Bauwerk und Bauprozesse bis ins Detail virtuell simuliert, um Fehlplanungen auszuschließen. Außerdem sind wir als Entwicklungspartner im vom Bundesverkehrsministerium geförderten Forschungsprojekt HyBridGen aktiv. Dort erstellen wir mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz plausible Brückendesigns auf der Basis vorhandener Trassen- und Geodaten“, so Ganz.

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Gregor Grassl
Associate Partner

Leonardo Estrada
Associate Partner

Mustafa Kösebay
Associate Partner

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